Gauklerspiele


„Waaah, jetzt hab ich ’nen Tinnitus!“ „Was ist mit Titus?“ – Veldensteiner Festival 2011 auf Burg Veldenstein

Ich werd‘ schon wieder nachlässig, verdammtnocheins! Dabei hat gerade das letzte Festival für mich in diesem Jahr Erwähnung verdient – Eben weil es das letzte war. Und es war toll! Ich will auch gar nicht so viel schreiben [Edit: Ich sollte mir die Sache mit „nicht so viel schreiben“ wohl nicht mehr vornehmen ..], sondern viel mehr ein paar Fotos der Bands zeigen, denn Danny hat fleißig für mich fotografiert!

Burg Veldenstein

Burg Veldenstein

Nur ein paar Kleinigkeiten: Ausnahmsweise habe ich dieses Mal auf’s Zelten verzichtet, denn mal davon abgesehen, dass die Wetterprognose besch..eiden war, sind es von Holzkirchen auch nur gute zwei Stunden mit dem Auto bis nach Neuhaus an der Pegnitz, wo die Burg Veldenstein zu finden ist. Und mit einer Münchner Fahrgemeinschaft ist das Ganze noch unproblematischer – Wenngleich das Wetter letztlich doch mit Sonnenschein glänzte! Ein dickes Danke an dieser Stelle gleich nochmal an Danny für’s Fahren und Respekt für’s Durchhalten – Ich war nach meiner halben Stunde nach Hoki zurück schon völlig am Ende .. Das Veldensteiner Festival zeichnet sich für mich vor allem dadurch aus, dass es kleiner ist als das Feuertanz – Und zudem weniger mittelalterlastig. Nicht mal unbedingt wegen der Musik, sondern vor allem durch die Besucher. Ich hatte dieses Jahr wieder den Eindruck, als würde man mehr Gothics als Gewandeten begegnen – Was der Festivalstimmung jedoch überhaupt nicht schadet! Mit 45 Euro mag es manchem Besucher recht teuer erscheinen, doch wenn man in den Genuss von 6 (je nach Geschmack mehr oder weniger) guten Bands kommt, die nicht nur 40 Minuten spielen, dann ist der Preis durchaus akzeptabel (Kleine Anmerkung: Jede Band hat 75 Minuten, der Headliner spielt dann sogar 2 Stunden!). Schließlich kann man hier kostenlos auf den Burgturm hoch, hat einen kleinen aber feinen Mittelaltermarkt – mit Händlern, die man irgendwann einfach kennt, weil sie auf vielen fränkischen Festen sind – und es gibt Stoffbändchen! Vernünftige Stoffbändchen! – Sieht man von der Farbe einmal ab, denn ich bin der Ansicht, dass so ein Himmelblau nicht unbedingt für’s Zehnjährige passend ist. Einen weiteren kleinen Kritikpunkt hab ich außerdem: Die Shirts! Der Rückenaufdruck gleicht stylistisch exakt dem vom Vorjahr und auch das Motiv vorn erinnert stark an das Letztjährige. Grundsätzlich mag ich die Idee mit der Burg und dem Raben, jedoch könnte man da meiner Meinung nach ruhig ein wenig mehr Kreativität zeigen, sodass man nicht ernsthaft auf’s Jahresdatum schauen muss, um die Shirts auseinanderhalten zu können. Deshalb gab’s dieses Jahr auch keins davon – Was meinem Geldbeutel ja eigentlich erst mal gut getan hat. Nun. Wären die Merchandise-Stände nicht gewesen.. Die haben nämlich im Vergleich zu denen am Rockharz mächtig zum Kaufen eingeladen!
Die Preise der Lebensmittel waren auch in Ordnung – Ich hab mich mit Carina einmal quer über den Markt gefuttert und das, was wir bezahlt haben, war noch im Rahmen. Lediglich den Met fand ich etwas überteuert – Und ich war enttäuscht, dass man angepriesenen Kirschmet vor meinen Augen mixte! Der gute Herr griff doch tatsächlich zum normalen Met und füllte den Becher anschließend mit Billig-Kirschsaft auf.. Lecker war’s, aber repräsentativ ist anders.
Und wo ich grad gedanklich den Satz „Ansonsten war’s prima organisiert!“ formuliert habe, fällt mir noch ein weiterer Kritikpunkt ein: Die Parkplätze. Wir hatten enorm Glück, dass wir gegen 13.oo noch einen vernünftigen Platz bekommen haben. Die Leute, die nach uns kamen, mussten bereits gequetscht und umgeleitet werden, was ich unmöglich finde. Das sind letztlich ganz einfache Kalkulationen, die weder beim Feuertanz noch beim Veldensteiner richtig zu funktionieren scheinen: Wenn ich sounso viele Karten verkaufe, dann werden im Worst Case soundso viele Autos kommen – Im Best Case soundso viele/4 Autos .. Da einen Mittelwert zu finden, der alle glücklich macht und die Ordner freundlich lächeln lässt, sollte nicht so schwer sein. Freundlicher war dagegen ohnehin diesmal die Security, die an dieser Stelle auf jeden Fall noch erwähnt werden soll! Nicht nur, dass sie den Geburtstagskuchen verteilten und geduldig die Crowdsurfer von der Menge pflückten: Nein, sie halfen auch den Miezen von Feuerschwanz, die Schläuche der Metmaschine so zu legen, dass möglichst viele einen Schluck Met bekamen. Das war einsame Spitze! Derartiger Freundlichkeit begegnet man auch nur in Ausnahmefällen, was sogar der Hauptmann von Feuerschwanz anmerkte! Und da ich schon dabei bin – Nun zu den Bands (von denen ich bis auf Nachtgeschrei alle gesehen habe):

The Sandsacks

Oh ye’ll take the high road and I’ll take the low road,
And I’ll be in Scotland afore ye!
But me and my true love will never meet again
On the bonnie, bonnie banks of Loch Lomond

The Sandsacks

The Sandsacks

Irischer Folk vom Feinsten! The Sandsacks haben gleich zu Anfang gespielt und einen furiosen Start hingelegt! Die Menge wurde zum Tanzen und Mitmachen animiert – Sehr erfolgreich, wie ich beobachten konnte, denn während sie spielten, waren wir mit Biertrinken beschäftigt. Frevelhaft, ich weiß, aber so lässt sich die Stimmung auch mal auf andere Art und Weise einfangen! Die Jungs haben viele bekannte irische Songs in ihrem Repertoire, die mir dank Fiddler’s Green schon im Ohr waren – Was mich hin und wieder fast zu einem Vergleich verführen wollte. The Sandsacks sind jedoch ’nur‘ zu Viert und wirken noch einen Hauch traditioneller, natürlicher als Fiddler’s. Sie scheinen für mich nicht so stark partyorientiert und rocklastig, was ich aber gut finde. Und die Stimmung war dennoch super!

Feuerschwanz

Die Frauen tanzen
Und bleiben frisch,
Saufen den Haufen
Grandios unter den Tisch!

Johanna von der Vögelweide, Hans der Aufrechte & Prinz Hodenherz

Johanna von der Vögelweide, Hans der Aufrechte & Prinz Hodenherz

Hans, Knappe Latte, Johanna & Hauptmann Feuerschwanz

Hans, Knappe Latte, Johanna & Hauptmann Feuerschwanz

Ein weiteres Mal Feuerschwanz innerhalb von zwei Wochen! Und ich muss leider sagen, dass der Partyfaktor nicht so hoch war wie beim Rockharz. Das lag aber keineswegs an der Band sondern viel mehr am Publikum. Ich weiß nicht warum, aber irgendwie schien es skeptisch – Obwohl die Feuerschwänze auf Veldenstein nicht unbekannt sind. Der Hauptmann und der Prinz haben mehrfach vergeblich versucht, die Masse zu animieren. Zwar hat das Mittanzen beim Pest-Lied gut geklappt und auch einen kleinen Lindwurm gab’s, aber Begeisterung sieht doch anders aus. Vielleicht seh ich das aber auch nur so, weil ich eben noch das Rockharz vor Augen habe und da war ja nun wirklich alles in Bewegung! ..

Der Bühnenlindwurm, die Miezen & Mama und die Miezen mit dem Hauptmann

Der Bühnenlindwurm, die Miezen & Mama und die Miezen mit dem Hauptmann

der Prinz, der Hauptmann & eine Mieze

der Prinz, der Hauptmann & eine Mieze

Die Band jedenfalls war gut drauf – Und hat sich von kleinen technischen Schnitzern nicht behindern lassen. Aber einige Menschen vom Sound müssen echt Anfänger gewesen sein, denn auch danach bei Eluveitie gabs einige Probleme.. Wie auch immer .. Der Auftritt hat Spaß gemacht, sie haben zwar „Latte“ wieder nicht gespielt, aber „Wir lieben Dudelsack“ kommt live einfach so geil – Das muss man erlebt haben! Außerdem habe ich jetzt ganz viele tolle Fotos von Feuerschwanz, wie man an der kleinen Auswahl sehen kann!

Feuerschwanz

Feuerschwanz

Eluveitie

I haunt your fears
Though you don’t know of my duty
To lead your path
Because I’ll take you home to rest
In my black wings, enfolding you

Anna, Meri & Christian

Anna, Meri & Christian

Anna, Christian & Meri

Anna, Christian & Meri

Päde, Christian & Anna

Päde, Christian & Anna

Weiter ging’s mit meinem persönlichen Highlight – Eluveitie. Bei denen das ‚u‘ wirklich nicht mitgesprochen wird und genau diese Tatsache ist der einzige Mecker-Punkt, den ich für Donar von Rabenschrey, der wieder moderiert hat, habe. Von einem guten Entertainer erwarte ich, dass er auch dazu in der Lage ist, die Bandnamen richtig auszusprechen! Aber nun weiter im Text: Auf die Schweizer hab ich mich am meisten gefreut gehabt und sie haben mich nicht enttäuscht! Nachdem ich sie letztes Jahr auf dem Feuertanz Festival zum ersten Mal gesehen habe, haben Eluveitie mein Herz quasi im Sturm erobert! Und so kann ich nur sagen, dass ich immer noch hin und weg bin .. Ignoriert man die technischen Probleme und leider auch die Tatsache, dass Anna wegen einer Sehnenscheidentzündung keine Drehleier spielen konnte, war es für mich eine perfekte Mischung der Lieder. Von Klassikern wie „Inis Mona“ und „Slania’s Song“ – Für den Anna dem Publikum den Refrain vor diktierte .. Sehr schöne Aktion! – ging’s weiter in den folklastigeren Teil mit „Omnos“ – Und alles wurde eingerahmt von einer ordentlichen Portion auf die Ohren, beispielsweise durch “ (Do)Minion“ und „Your Gaulish War“. Da wurde die Nackenmuskulatur gehörig in Anspruch genommen! Eluveitie gehören mittlerweile unumstößlich zu meinen Lieblingen – Nicht zuletzt, weil .. sie auch ahnsehnlich sind :D ..Was wiederum kein Kriterium wäre, wenn ihre Musik schlecht wäre – was sie ja glücklicherweise nicht ist. Jedenfalls gab’s hier auch ’nen Circle Pit, ’ne Wall Of Death und jede Menge Gegröhle über die gälische Welt – Dinge, die vielleicht manch anderem Festivalbesucher übel aufgestoßen haben. ‚Zu viel Metal!‘ kann man da brüllen, aber genau diese Mischung macht letztlich den Charme des Veldensteiner Festivals aus. Man hat die Möglichkeit, Bandkombinationen zu sehen, die sonst nur Wunschträume bleiben würden – Das find ich so großartig. Und Eluveitie haben das auf’s Neue untermauert!

Letzte Instanz

Wir sind allein über Millionen Sternen ..
Wenn wir zusammen scheinen, können wir die Welt erhellen!
Sind wir auch klein, sieht man uns doch von Ferne,
Wenn wir zusammen scheinen durch’s dunkle Tor der Welt!

Holly - Letzte Instanz

Holly - Letzte Instanz

M. Stolz, Holly & Benni Cellini

M. Stolz, Holly & Benni Cellini

Holly, hübsche Rücken & Holly & Michael

Holly, hübsche Rücken & Holly & Michael

Als nächstes folgte die Letzte Instanz und dieses Mal hatte ich auch vor, das Konzert definitiv bis zum Ende zu verfolgen! Und es hat sich gelohnt! Die Stimmung war ausgelassen, die Band war gut gelaunt und es war eine einzige Party! Schade nur, dass Holly sich zwei, drei kleine Schnitzer geleistet hat, von dem zumindest einer dafür gesorgt hat, dass er auf der Sympathieskala sank. Es war ja noch witzig, als er seinen Mikroständer umkippte, aber als er dann den Tod von Amy Winehouse äußerst uncharmant in einem Nebensatz bei der Ansage zu „Mein Todestag“ erwähnte, hab ich doch nicht schlecht geguckt. Man kann ja über die Britin sagen was man will, aber das war schlicht respektlos und Holly gehört ehrlich zu den letzten, denen ich solch eine Aussage zugetraut hätte. Im ersten Moment dachte ich noch, dass das ein (schlechter) Scherz sei – Aber am Mittag des 23. Juli ist die Nachricht ihres Todes tatsächlich verbreitet worden. Das war also wirklich unpassend .. Ansonsten jedoch gibt es nicht viel zu mäkeln für mich. Ich bin immer noch der Meinung, dass die alten Instanzlieder wie das angesprochene „Mein Todestag“ und „Rapunzel“ in den Versionen vom vorigen Sänger wesentlich schöner sind, da Hollys Stimme einfach ein ganz anderes Kaliber ist, aber ansonsten war die Set List gut gewählt! Hier und da waren mir einige Lieder nicht so vertraut, aber dieser gelungene Auftritt hat dafür gesorgt, dass ich wieder ein wenig häufiger die Instanz im Player drin hab. Sie ist auf jeden Fall eine Liveband, die lächelnd und lachend mit ihren Fans feiert und es hat so Spaß gemacht – Insbesondere, wenn die beiden Streicher wieder in unsere Richtung grinsten und grienten .. Schön sowas!

Subway to Sally

Ein Boot aus Fleisch treibt auf dem Meer,
aus blanken Knochen ist der Mast gemacht.
Im Rippengitter unter Deck,
 da schlägt ein Herz mit einem Leck
im Takt der Wellen, Tag und Nacht..

Feuerspiele

Feuerspiele

Licht und Schatten

Licht und Schatten

Der eigentliche Plan bestand darin, sich Subway to Sally nicht zwangsläufig anzuschauen. Die Band hat eher mit Antipathie geglänzt, zumindest war das mein Eindruck in den vergangenen Monaten. Letztlich bereue ich es aber keineswegs, dass wir uns nach einer Trinkpause doch noch dazu entschlossen haben, dem Auftritt beizuwohnen! Das einzige Problem war, dass wir erst nach dem 2. oder 3. Song wieder gen Bühne aufgebrochen sind, was zur Folge hatte, dass Lu fast gar nichts sah .. Es ist enorm schwierig gewesen, an einigen Leuten vorbeizukommen, obwohl vor ihnen noch ausreichend Platz wär ein paar Personen wäre! Das verstehe wer will .. Naja, wir haben uns durchgeboxt und ich hab dann auch von Ferne einen Blick auf das Bühnenspektakel erhaschen können! Und .. Wahrlich – Es war ein Spektakel! Subway to Sally geizt definitiv nicht mit Pyroeffekten, die sich in Feuerfontänen, Rauchsäulen und Fackeln äußerten und ordentlich was hergemacht haben. Für das Festival waren sie auf jeden Fall ein würdiger Headliner! Es gab keine Probleme, Eric Fish klang auch bis nach hinten sauber und nur die Bassdrum war mir persönlich an einigen Stellen zu dominant – aber das sind Kleinigkeiten, die kaum ins Gewicht fallen. Der Herr Fish war sogar so großzügig und hat seine schweißnasse Weste einem Fan geschenkt – Eine tolle Geste! Er musste es sich zwar in einem modifizierten Circle Pit erprügeln, aber es gab letztlich einen Gewinner .. Das waren jedoch auch alle anderen, die diese Show gesehen haben, denn sie war wirklich gut.

Bodenski & Eric Fish

Bodenski & Eric Fish

Was mich gedanklich zu der Frage führt, warum Subway eigentlich so verschrien sind. Liegt es wirklich an der unsympathischen Art, die manchmal durchschimmert? Ich habe sie jetzt 3x live gesehen und bisher war kein einziger schlechter Auftritt dabei. Hatte ich immer Glück? .. Mir ist das grad ein ehrliches Rätsel, denn sie geben aus meiner Sicht wenige Gründe, sie übermäßig schlecht zu finden. Mal schauen, in welchen Lineups sie dann nächstes Jahr wieder auftauchen..

Das Veldensteiner Festival war also ein schöner Abschluss meines Festivaljahres 2011 und ich will in diesem Sinne gleich nochmal all jene grüßen, die so toll mitgefeiert haben! Ich bin gespannt, ob ich es dies Jahr noch auf ein Konzert schaffe, aber Kanada sei Dank bin ich skeptisch – Deshalb werde ich mir wohl etwas anderes einfallen lassen, um diesen Blog nicht einstauben zu lassen .. Vorschläge? ;)



Wahrlich, diese Dekadenz! – Rockharz Open Air 2011 in Ballenstedt

Über eine Woche ist das Rockharz nun schon her, aber ich will es nicht verpassen, darüber zu schreiben. Das Festival hat vom Spaßfaktor so einiges getoppt und deshalb gehört es auf jeden Fall erwähnt!

Rockharz Open Air 2011

Rockharz Open Air 2011

Los ging es am Mittwoch mit der obligatorischen „Fuuuuuck, ich habe meinen Zug verpasst!“-SMS von Moon, der wieder mein Beifahrer werden sollte. Einmal schön an der Nase herumgeführt – Ich hatte schon zu viele Festivals, als das ich darauf noch reinfalle!

– starteten wir dann auch pünktlich – aber ohne Bierfässer .. Sowas scheint es in Bayern nicht einmal in einem Getränkehandel zu geben – aus Hoki und machten uns auf die Strümpfe Richtung Harz. Ein Zwischenstop in Nürnberg musste noch sein, da ich Held meinen Campingstuhl nach dem Feuertanz vergessen hatte, aber die Pause nutzten wir gleich noch zum Support von Steve K., seines Zeichens Erfinder von Allimania und Sprecher von Horst – Sowie Gewinner der letzten McDonald’s Aktion, was uns einen äußerst leckeren Burger einbrachte! Zu jedem, der den Just Stevinho verpasst hat, kann ich nur eines sagen: Äääätsch!

Mein gepimptes Auto!

Mein gepimptes Auto!

Im Auto lief derweil eine unterhaltsame Rock-Compilation, die von Blind Guardians Coverversion von „Barbara Ann“ bis hin zu diversen Sonata Arctica-Klassikern reichte und so erreichten wir irgendwann gegen 17.oo Ballenstedt. Ich sollte wohl erwähnen, dass ich als Treffpunkt den Aldi rausgesucht hatte – Nur um dann selbst diese dämliche Filiale nicht zu finden.. Das war der erste Fail des Tages – Der zweite folgte, als ich vergeblich auf mein Navi hörte, das uns im Konvoi zum Flugplatz bringen sollte und dabei sehr interessante Schotterwege wählte .. Zu meiner Verteidigung lässt sich jedoch sagen, dass wir nicht die einzigen waren, die das Ballenstedt’sche Hinterland betreten durften. Und außerdem war nicht ich diejenige, die ihr Auto rückwärts mit zu viel Schwung gegen einen Kleidcontainer gesetzt hat!

Achja .. Ich sollte vielleicht noch erwähnen, dass das Wetter bombastisch war! Zumindest von den Temperaturen her, aber wer mich kennt, weiß, dass das nicht so bleiben kann. Und da die Sonnenfee einen etwas trägen Start hatte, fing es auch in der Nacht noch gehörig zu stürmen an.

Nun gut .. Den Flugplatz haben wir schließlich doch noch gefunden und nach ein wenig Chaos, weil mein Kopf schlicht und ergreifend wirr war, haben wir auch endlich geparkt! Unweit der Dixis, im Licht eines Scheinwerfers und doch relativ weit weg von den Bühnen, wenn man den Campground im Gesamten betrachtete – Das fiel jedoch kaum auf und der Weg war wirklich mehr als erträglich! Die Herren der Schöpfung haben sich sodann auf ein Sofa geworfen und das erste Bierchen geöffnet, während es an Bea und mir war, den Pavilion aufzubauen .. Das nennt man Arbeitsteilung, nicht wahr?

Die Folgen der Emanzipation

Die Folgen der Emanzipation

Da sich ein stabiles Stahlding jedoch nur schwer mit 4 Händen aufbauen lässt, stand es dann auch irgendwann, als alle mit angepackt hatten und am Ende war‘s eine ziemlich gemütliche Runde! Mit Sofa! Das war der geilste Komfort überhaupt! Wie jedoch erwähnt fing es irgendwann gehörig das Stürmen und Regnen an, was zur Folge hatte, dass wir uns zum Teil in den Bus verzogen – Denn ja, wir hatten auch so einen kleinen Wohnmobilbus! Zumindest hatte Jonas den, aber Pussies, die wir sind, will man dann halt doch mal im gemütlich Trockenen sitzen. Derweil regnete es munter in das orangefarbene Grazienzelt, das ich extra noch für Sonnenfee & Wetterhexe gekauft hatte .. Was bedeutete, dass unsere Camppläne des Nachts über den Haufen geworfen wurden und wir uns auf die restlichen Zelte verteilten. Bea infiltrierte das Pärchenzelt, während ich meinen üblichen Platz beim Brüderchen wieder einnahm – Wär‘ ja aber auch tragisch, das Himmelbett und den Whirlpool ungenutzt zu lassen!

So verging der erste Abend mit langem Plauern, das durchaus mal wieder nötig war und einem prototyphaften Revival des Rockharz‘ 2009 und die Warm-Up-Bands haben wir gar nicht gebraucht. Obwohl die zum Teil recht gut gewesen sein sollen ..

Viel zu früh wurde ich dann am nächsten Morgen geweckt, weil jemand der Meinung war, nun unbedingt seine Luftmatratze aufpusten zu müssen *g* Aber hey! Es war immerhin der erste wirklich Festivaltag und den will man dann wirklich nicht verschlafen! Das Wetter war eher so lala, aber es hielt sich zumindest den Tag über! Den meisten Bands konnten wir also im Trockenen lauschen und den Rest hab ich mir aufgrund des Regens am Abend schlicht entgehen lassen. Aber eins nach dem anderen:

– Donnerstag –
Sons of Seasons

Sons of Seasons

Sons of Seasons

Es hatte einen ganz besonderen Grund, dass ich Sons of Seasons sehen wollte, obwohl ich mir von denen nur einige Sachen bei YouTube angeschaut hatte: Sie sind das Solo-Projekt des Keyboarders von Kamelot! Somit versprachen sie guten Power/Symphonic Metal und das hielten sie ein! Es ist ja immer schwierig, schon am Mittag oder frühen Nachmittag zu spielen, aber ich hatte das Gefühl, dass die trotzdem ganz gut Stimmung gemacht haben! Sie waren auf jeden Fall ein gelungener Einstieg ins Rockharz und somit meine Art ‚Warm-Up‘. Außerdem ist die Stimme des Sängers großartig!

[Cripper]

Cripper hab ich mir 2009 schon nicht angeschaut und während wir so über das Festivalgelände schlenderte, erfuhr ich auch wieder genau warum. Grundsätzlich hab ich nichts gegen Thrash Metal – Es gibt da mit Slayer und Trivium Bands des Genres, die ich durchaus gerne höre – aber diese Sängerin war einfach nur .. heavy! Ja, richtig! Bei Cripper versucht auch ein Weiblein mit gutturalem Gesang zu überzeugen und ich bin immer noch der Ansicht, dass es kaum etwas Schlimmeres gibt. Wer das mag – Okay, aber mich hat das gar nicht angesprochen und ich fand’s schon vom Weiten einfach nur störend.

[The New Black]

The New Black sollten wie Volbeat klingen – Zumindest hab ich noch so im Ohr, wie das irgendjemand behauptet hat. Teilweise wies die Stimme des Sängers tatsächlich minimale Parallelen auf, aber ich denke es sagt genug über den Auftritt, wenn ich mich schon am heutigen Tage nicht mehr genau daran erinnern kann. Vom Hocker gehauen haben sie mich nicht, aber im Vorbeigehen war es ganz angenehm.

Stratovarius

He flies through the rainbow
Into a new world and finds the sun
Spreading his wings above all the sorrows

Timo Kotipelto

Timo Kotipelto

Ganz anders verhielt es sich da mit Stratovarius! Die waren die einzige Band des Donnerstags, die mir wirklich etwas sagte – einmal abgesehen von Frei.Wild aber das steht auf einem anderen Papier – und deshalb waren die Pflicht. Und es hat sich seeeehr gelohnt! Die Band war unheimlich sympathisch und ab dem ersten Moment, als sie die Bühne betraten, herrschte gute Stimmung. Sie konnten die Masse motivieren und Timo Kotipelto stellte interessante Dinge mit seinem Mikrofon an! Das war leider wieder so eine Kleinigkeit, die mir von Anfang an total ins Auge gestochen war und deshalb immer auf’s Neue den Blick fesselte. Zur Liedauswahl von Strato kann ich aufgrund mangelnden Wissens kaum etwas sagen. Nur so viel: Einige Songs wie Eagleheart kamen mir dann doch bekannt vor! Die Finnen sind eine Band, für die ich auf jeden Fall auch Geld für ein Tourkonzert ausgeben würde, denn sie haben die Nackenmuskulatur ordentlich beansprucht!

Nach Stratovarius ging’s zurück zum Zelt und das war angesichts des aufziehenden Unwetters auch nicht die schlechteste Entscheidung. Deshalb sind mir vor allem Amorphis entgangen, was ich ein wenig bereue, denn die haben die Jungs begeistert und ich vermute, dass sie mir auch gefallen hätten. Neben diesen habe ich mir auch Frei.Wild, Hypocrisy und früher am Tag beispielsweise Neaera und Fozzy nicht angeschaut, aber das war nicht mehr unbedingt nötig. Freitag und Samstag folgten noch genug musikalische Leckerbissen und damit die drei Tage auch prächtig durchgehalten werden, sollte man es ja bekanntlich langsam angehen lassen. Und das gilt nicht nur für den Konsum von Alkohol.

Wenn man auf einem Festival seinen Wecker stellen muss, dann macht man etwas falsch. Oder man will auf Gedeih und Verderb vermeiden, dass man seine Lieblingsband verpasst. Beides traf bei mir nicht zu – Es war viel mehr die Aussicht auf eine Dusche und die Pflicht, schnell nach Hause zu müssen. Aber so ein Reisepass will ja auch irgendwann beantragt werden, wenn man schon die Chance auf ein Auslandssemester hat. Der kurze Trip in die Oberharzer Heimat hatte dann leider auch zur Folge, dass ich Vogelfrey verpasst habe. Ebenso Stahlmann, aber vor 12 ist es schlicht noch zu früh für die Bühne. Angesichts der Tatsache, dass ich sauber war und mich wieder riechen konnte, konnte ich darüber aber schnell hinwegsehen und der Freitag ging chillig weiter. Der Himmel klarte auf und während man am Morgen noch in den Genuss kam, zu beobachten, wie viele Pavilions es in der Nacht zuvor zerhauen hat (Es ist keine Lüge, wenn ich von 30-40% rede), schien ab dem frühen Nachmittag wunderbar die Sonne! Ein Teil des diesjährigen Festivalrudels machte sich dann irgendwann auf zu We Butter The Bread With Butter, aber wer schon so einen dämlichen Bandnamen hat, kann nicht mit viel Aufmerksamkeit meinerseits rechnen. Ich schleppte Bea erst danach zum Festivalgelände und der Freitag begann genauso furios, wie er dann spätnachts endete.

– Freitag –
Powerwolf

Why do you think believer
God gave you carnal lust
So pray to get a hard on
Before we turn to dust

Attila Dorn

Attila Dorn

Wieder fing es an mit Power Metal und es war der absolute Wahnsinn! Ich hab zwar ein wenig blöd geschaut, als ich die angemalten Gestalten gesehen habe, aber das hat letztlich doch prima gepasst. Powerwolf hatten auch ein ziemlich schickes Bühnenbild: Das Cover ihres neusten Albums zieren drei Werwölfe in Priesterroben und genau jene Lykanthropen starrten uns auch von der Bühne entgegen. Hinzu kamen Verschleierungen der Instrumente mit schwarzen Stoffen, sodass es dahingehend einiges zu entdecken gab, wenn man Wert darauf legt. Die Songauswahl war auch super: Von jedem Album war was dabei gewesen, sodass man fleißig mitspringen, -bangen und –singen konnte. Ich denke das neuste Werk werd‘ ich mir nun auch zulegen – Überzeugen konnten Powerwolf mich allemal, grad weil der Sänger auch optisch einiges her macht .. Zumindest im Gesamtbild der Band! Außerdem war er zu einigen witzigen Sachen aufgelegt und hat sich auch von einer auf die Bühne fliegenden Schwimmnudel nicht aus der Fassung bringen lassen. Im Gegenteil! Letztlich lieferten Powerwolf auch unseren Festivalhit schlechthin: „Resurrection by Erection“..

[Caliban]

Chillen bei Caliban

Chillen bei Caliban

Auf feinsten Power Metal folgte knallharter Metalcore – Den ich mir mit Freunden entgehen ließ. Die Sonne knallte vom Himmel herab und wir haben dem Auftritt von Caliban nur gelauscht, während wir uns auf die Wiesenfläche des Festivalgeländes gelümmelt haben. Ich kann nur sagen, dass ich die unheimlich schlecht abgemischt fand – Aber da waren die leider nicht die letzten bei diesem Rockharz. Auf Platte zum Abreagieren sind die vielleicht ganz cool, aber als Pause zum Nichts-Tun ebenso.

[End of Green]

End of Green hab ich auch nur gehört, da nach denen Saltatio Mortis spielten und für die wollte ich in die erste Reihe. Ergo hat man sie von der Nebenbühne aus nur merkwürdig gehört, aber kaum gesehen. Die Konzentration lag ohnehin beim Aufbau von SaMo, aber was ich so mitbekommen habe, fand ich nicht schlecht. Vielleicht spielen sie ein andermal günstiger.

Saltatio Mortis

Die Nacht gemeinsam mit dir zechen
Doch mit gespaltner Zunge sprechen
Deine Hand in Freundschaft suchen
Doch hinter deinem Rücken fluchen

Falk Irmenfried von Hasen-Mümmelstein

Falk Irmenfried von Hasen-Mümmelstein

Mein vorläufiges Highlight waren – na klar! – SaMo! Erfolgreich in die erste Reihe gekämpft, hatte ich sogar von der Mitte aus einen guten Blick auf die gesamte Band und .. auch die Security, die nach den ersten paar Songs kräftig ins Schwitzen kam. Sind bei Powerwolf schon ein paar Leute über uns gesurft, so merkt man die Masse doch erst, wenn man ganz vorn steht. Und ich kann sagen: Es waren einige! Von hinten also drückten die Leute oder kamen gesurft, während direkt vor meiner Nase der eine oder andere Security-Mensch Bekanntschaft mit meiner Hand gemacht hat. Aber warum soll man sich vom Feiern ablenken lassen, nur weil einer da ziemlich unsanft einen betrunkenen Mitfestival’er herunter pflückt? Wie auch immer .. Die Spielleute waren sehr gut aufgelegt und haben die Bude ordentlich zum Kochen gebracht – Dabei fleißig unterstützt von der gnadenlos herabscheinenden Sonne. Es ging mal wieder los mit „Rastlos“ und auch ansonsten hatte das Set nicht viel Neues seit dem Feuertanz zu bieten – Aber das kann man nicht erwarten. Wer so viele Shows spielt, kann sich wahrscheinlich nur wenige Specials erlauben, einfach weil die Zeit gar nichts anderes zulässt. Was jedoch gefehlt hat, waren Balladen à la „Letzte Worte“ und das war um diese Uhrzeit auch gut so. Dafür haben sie „Eulenspiegel“ wieder gespielt und mittlerweile freu ich mich noch mehr auf das neue Album! Hoffentlich hält es, was es verspricht! Wie ausführlich der Zusammenstoß bei „Wir säen den Wind“ war, kann ich nicht sagen, weil ich das nicht gesehen habe, aber dafür entging nicht, dass „Falsche Freunde“ ein wenig länger dauerte .. Irgendwie wollten die Leute Alea gar nicht mehr zurück zur Bühne lassen! Geil war’s allemal und es wäre ein Euphemismus, wenn ich meinen Mund nach dem Konzert als Wüste bezeichnen würde. Zum Glück hab ich dies mal eine der Wasserflaschen gefangen .. *g* Das war also das letzte Saltatio Mortis-Konzert für mich in diesem Jahr und ich denke, dass ich’s doch gebührend gefeiert habe!

[Tarja]

Tarja Turunen

Tarja Turunen

Wir hatten schon vorher ausgemacht, dass wir uns Tarja nur vom Metstand aus anschauen und das wurde auch umgesetzt. 2-3 Songs haben dann aber auch gereicht.. Ich mochte sie bei Nightwish, ich denke, dass ihre Stimme ein Segen ist, aber es hat mich an diesem Tag trotzdem irgendwie nicht angemacht. Ihr Soloprojekt hat mich noch nie wirklich interessiert und ich weiß nicht, ob sich das ändern wird. Vielleicht bin ich auch einfach zu verbohrt, aber es gibt deutlich bessere Acts!

Hammerfall

Follow the signs of the Crimson Thunder
We will stay by your side
Let our voices be there to guide you

Hammerfall

Hammerfall

Der Headliner des ersten Abends war eine weitere Power Metal-Band .. Und nicht irgendeine! Hammerfall gab sich die Ehre und grundsätzlich war ich auch begeistert! Kritikpunkt gibt’s hier aber auch .. Die Lichtshow war super und die Menge ging ordentlich ab – Jedoch war es mir persönlich einfach zu laut. Natürlich ist das ein Metalfestival und natürlich muss Metal ordentlich in den Ohren knallen, aber doch nicht SO ordentlich! Clever wie ich bin, hatte ich immerhin an Ohrenstöpsel gedacht und das war quasi meine Heldentat des Tages. Die Schweden lieferten also eine Solide Show ab, während über uns ein Surfer nach dem anderen entlanggetragen wurde – Leider! Denn der Depp hinter uns war ziemlich klein und dazu noch unkollegial, sodass Bea und ich einen Crowdsurfer unschön mit den Schultern abfingen, bevor man ihn weitergeben könnte .. Doof, wenn man sich davon die Stimmung vermiesen lässt, aber die Lautstärke machte mich doch zusätzlich fertig und deshalb haben wir uns das Ende des Auftritts auch von hinten angeschaut. Hat gereicht, bleibt als würdiger Headliner in Erinnerung, gerne wieder.

[Eisregen]

Umstrittener Act zwischen Hammerfall und Fiddler’s Green, aber genau deshalb die Möglichkeit, mal kurz durchzuschnaufen, waren Eisregen. Aus Brüderchens Erzählungen wusste ich ja schon, dass die speziell sind und das hat sich auch bestätigt, bei den zwei letzten Songs, die ich von denen gesehen habe. Radikal ist glaub ich noch untertrieben und ich weiß jetzt auch, warum die so umstritten sind. An der Stelle in der Running Order fällt mir auch im Nachhinein nur eines ein: Nein Danke!

Fiddler’s Green

At the dead of night we are drinking here and make the sun rise again
So here’s to you, to my good old friends, I raise my glass to them

Fiddler's Green

Fiddler's Green

Irgendwie war ich der Meinung, dass es nach Powerwolf und SaMo kaum noch geiler werden könnte. Klar wusste ich, dass Fiddler’s Green noch spielen, aber es war auch nun mal schon späte 1 Uhr und das demotivierte – Zumindest die ersten Sekundenbruchteile! Jetzt kann ich sagen: Scheiße, war das geil! Das war definitiv die fetteste Party des gesamten Rockharz‘ und der Flugplatz hat gebebt! Jeder, der das verpasst hat, weil er schon komatös im Zelt lag, ist selbst schuld! Hab ich vorher noch gefroren, war ich nun froh, dass ich mein Top noch anbehalten hatte, denn es wurde heiß! Die Jungs von Fiddler’s haben alles rausgeballert, was die Masse nochmal richtig zum Tanzen und Springen bringt und jeder hat mitgemacht. So viel Bewegung vor der Bühne ist echt ein unheimlich genialer Anblick! Und das war eben die Gelegenheit, sich ein letztes Mal an diesem Abend auszupowern, was ich bereitwillig tat. Endlich auch inklusive Wall of Folk! Bei allen anderen Konzerten von Fiddler’s hab ich bisher immer irgendwas tragen müssen, aber dieses Mal drückte ich die Tasche kurzerhand Bea in die Hand und dann ging es los. Eine halbe Atemnot, viele Lacher, einer „Rocky Road to Dublin“ und zwei abgebrochene Fingernägel später hatten wir uns zwar alle irgendwo in die Winde zerstreut, aber das tat dem Spaß keinen Abbruch. Den Circle Pit um die Soundcheckkonstruktion beobachtete ich dann wieder nur von fern, aber danach ging es schon weiter. Munter wurde in der Reihe, allein oder zu zweit geschunkelt und gesprungen und die 45 Minuten Auftritt waren leider viel zu schnell rum. Ich weiß zwar nicht, wie viel länger ich noch durchgehalten hätte, bis ich vor Erschöpfung umgekippt wäre, aber das hätte ich gern getan – Denn die Folker sind eine absolut epische Partyband!

Es ist ein angenehmes Gefühl, ausnahmsweise einmal nicht von prasselndem Regen geweckt zu werden. Jedoch ist es unbeschreiblich, wie krass sich so ein Zelt aufheizen kann, wenn die Sonne volle Breitseite draufknallt. Viel mit schlafen war also wieder nicht, aber .. Nur die Harten komm’ in’n Garten! Und so startete der Samstag zeitig – Für einige mehr, für andere weniger, aber ich muss es auch nicht haben, alle 17 Bands – oder auch nur die Hälfte davon! – zu sehen. Das macht die Ausdauer nicht mit.

– Samstag –
Orden Ogan

Come, raise the flag of the fallen
We reign the storm and the seas
And live our lives on the brink of death
We’re pirates! – And we are free!

Orden Ogan

Orden Ogan

Deshalb war das erste Ziel für mich Orden Ogan. Hin und weg bin ich von ihrem Song „We are Pirates!“ und so erlag ich leider dem Trugschluss, dass die Herren durchgängig Metal dieser Art machen. Weit gefehlt. Das heißt nun nicht, dass ich ihren Auftritt schlecht fand und ihre restlichen Songs total grauselig finde, aber enttäuscht war ich doch. Gut, das hätte ich vermeiden können, wenn ich mich vorher noch ein wenig intensiver mit ihnen auseinandergesetzt hätte. Das werde ich jetzt im Nachhinein aber auf jeden Fall tun, denn die Jungs scheinen ziemlich witzig zu sein, was man so in Podcasts etc. sieht. Der Auftritt war auch super, wenngleich wir die Hälfte wieder nur sitzend bzw. liegend zugebracht haben. Es war einfach erstaunlich warm!

Motorjesus

Die Überraschung des Festivals waren für mich Motorjesus! Ich hatte mir zwar vorgenommen, sie mir mal anzuschauen, war aber der Meinung, dass es nicht tragisch wäre, wenn’s nicht klappt. Das muss ich im Nachhinein revidieren, denn die waren schon saucool! Und zwar so richtig cool .. Hard Rock vom Feinsten, ein wenig Old School, ein wenig anders, aber auf jeden Fall in der Lage, die müde Masse in Bewegung zu bringen! Man konnte entspannt zuschauen und wurde doch mitgerissen – So hat es der Sänger auch geschafft, die auf Feuerschwanz wartenden Leute – und das war eine beträchtliche Anzahl! – zu motivieren, doch auch bei ihnen mitzuklatschen. Ich fand die sympathisch und die Abwechslung ist auf jeden Fall gelungen! So gehört sich das auf einem guten Festival!

Feuerschwanz

In meinem Kopf die Trommel
Einem schmerzend Rhythmus schlägt.
Begleitet von dem Dudelsack
Der wir in den Gehörgang sägt.

Hauptmann Feuerschwanz

Hauptmann Feuerschwanz

Ein weiteres meiner Highlights: Feuerschwanz! Nachdem ich es beim MPS in Bad Säckingen nicht mehr so geschafft habe, zu tanzen, wurde das dieses Mal alles nachgeholt! Zum Glück für uns hat die Feuerwehr Ballenstedt vorher für eine kleine Dusche gesorgt und deshalb ging’s erfrischt zum Auftritt vom Hauptmann und seinem Haufen. Hier kam ich das erste Mal in Genuss, „Mama“ zu sehen. Mama ist die Metmaschine der Band und mit ihr wurde die erste Reihe bei einem Lied mit süßem Honigkraftstoff versorgt, derweil die Party ordentlich abging. Trotz ihrer auffälligen Wahl an Kleidung und dem sehr speziellen Stil waren die Mittelalterrocker auf diesem Festival doch keineswegs verkehrt und ich find’s immer wieder schön, wenn Leute, von denen man es nicht erwartet, zu der Musik abgehen. Ergo: die ganzen Langhaarigen! Der witzige Wahnsinn endete schließlich in dem allseits beliebten Lindwurm: Einer Polonaise über das Festivalgelände und – verdammtnocheins! – der konnte sich sehen lassen! Ich bin gespannt, ob der am kommenden Samstag auf dem Veldensteiner da mithalten kann, aber ich bezweifel es. Soweit ich das gesehen habe, war der Spaß an einigen Stellen vier Reihen breit und irgendwie schien sich jeder einzuhaken .. Das war echt spitze! Feuerschwanz sind und bleiben einfach eine Spaßband, die ihr Fach verstehen! Egal wo!

Turisas

Four winds will guide us
The Heart of Turisas will lead our way
Our drums echo: Forward march
Our horns cry for victory

Mathias Nygård

Mathias Nygård

Nach einer dringend benötigten Pause – Wegen der ich auch Grand Magus hab‘ sausen lassen – wurde es Zeit für fetzigen Viking Metal aus Finnland! Turisas sind mir durch ihr obergeniales „Rasputin“-Cover aufgefallen und nachdem ich eine witzige Aktion bei Facebook entdeckt habe, wurde kurzerhand Theaterfarbe besorgt und – tadaaa – fertig war die Kriegsbemalung!

Metal ist Krieg!

Metal ist Krieg!

Es war total klasse, wie einige geschaut haben, während der vordere Bereich vor der Bühne bevölkert wurde von Gleichgesinnten! Zwar nicht so viele, wie sich manch einer sicherlich gewünscht hat, aber als die Band schließlich die Bühne stürmte, wären wir daneben kaum aufgefallen. Ich fand das ziemlich stylisch! *g* Der Auftritt war dann auch klasse – Obwohl ich von den Songs nur einen oder zwei kannte. Die haben mächtig Dampf gemacht, was wir nicht zuletzt daran gemerkt haben, dass munter ein Croudsurfer dem nächsten folgte. Wir waren scheinbar in der „Einflugschneise“ gelandet, denn danach hat’s mächtig in den Armen gezogen und vieles hab ich vom Auftritt auch nur gehört und leider nicht gesehen. Überzeugt bin ich trotzdem, denn auch Turisas war ein riesiger Spaß, wie es sich für ein gescheites Rockharz gehört!

Letzte Instanz

Rennst du, kämpfst du, bleibst du stehen,
hat dich die Angst besiegt?
Du verlierst nur eine Schlacht,
noch lange nicht den Krieg!

Holly

Holly

Die letzte Band, die ich mir beim diesjährigen Rockharz angeschaut habe, war die Letzte Instanz. Und das hatte den Effekt, dass ich nun zum ersten Mal wirklich bewusst die beiden Alben „Heilig“ und „Schuldig“ angehört habe! Wah, warum hab ich mir damit nur so viel Zeit gelassen? Es lohnt sich wirklich und auch live sind sie zum Tanzen und Träumen genau richtig! Leider war hier die Akustik ebenfalls ein wenig schlecht – Ich hoffe, dass das am Samstag besser wird. Ich bin auf jeden Fall wieder von der Instanz überzeugt und hätte es besser gefunden, wenn sie noch ein wenig später gespielt hätten – Der Atmosphäre wegen. Wobei das mit dem Durchhalten hier eh schon grenzwertig war und ich deshalb die letzten Songs ausgelassen habe .. Aber auch die Instanz hat gezeigt, wie gut die Mischung und deshalb die Qualität des RHZ 2011 war! Die Veranstalter haben dahingehend alles richtig gemacht!

J.B.O. und den zweiten Headliner – In Extremo – hab ich mir doch tatsächlich entgehen lassen, aber das Sofa war nun mal so viel schöner. Der Abend verstrich also bei munterem Geplaudere und Rumgespinne, derweil die Hälfte des Trupps doch eisern bei den Auftritten war. Ich bereue es auch im Nachhinein nicht, wenngleich es vielleicht ein wenig schade ist. Aber man muss nun mal Prioritäten setzen und die lagen an dem Abend woanders! :)

Deshalb darf ich jetzt schon zu meinen zusammenfassenden Sätzen und noch einigen Anmerkungen kommen. Ein dickes Lob gilt der Organisation! Ich persönlich habe nichts zu beanstanden! Wenn ich an das Camp- und Park-Chaos von 2009 denke, dann kam mir das diesjährige Rockharz wie der Himmel auf Erden vor. Wir hatten genug Platz, man hockte nicht eng auf eng und mit ein wenig gewünschter Blindheit hat man auch die Dixis ertragen. Ich hab an vielen Ecken und Enden Beschwerden gehört, dass einmal pro Tag leeren nicht reicht, aber ich muss sagen .. Entweder sind das alles Pussies oder wir hatten wirklich Glück. Sobald man herausgefunden hatte, welches Dixi man für die kommenden Stunden besser meiden sollte, war alles in Ordnung. Die Stimmung auf dem Campground war zudem echt super, mir sind keine Zwischenfälle aufgefallen und den Strahlern sei Dank fiel es auch relativ leicht, sein Zelt wiederzufinden. Die Security am Mittwoch war freundlich, am Sonntag ging das Wegkommen dagegen nur seeehr schleppend voran. Da wäre noch Nachholbedarf, wobei man wahrscheinlich aufgrund der Geländelage schlicht und ergreifend eingeschränkt ist und deshalb nur einen Zufahrtsweg hat. Eilig darf man’s also bei der Abfahrt nicht haben.

Blick über's Festivalgelände

Blick über's Festivalgelände

Das Festivalgelände war auch wie 2009 schon ohne jeden Makel. Die Feuerwehr sorgte für Abkühlung, als es zu heiß war, man bekam kostenlose Regencapes, wenn es regnete und die Preise für Getränke und Essen waren auch ganz erträglich. Die Qualität der Futterbuden, an denen wir waren, war ebenfalls in Ordnung. Was ich jedoch vermisst habe, war eine ordentliche Merchandise-Area wie 2009. Entweder ist sie mir entgangen oder sie hat schlicht nicht existiert – Das einzige war ein ‚Stand‘, an dem es Shirts gab und da war die Schlange leider endlos lang. Das Anstehen lohnte sich aber, denn man hatte die Wahl zwischen 4 Motiven, was ich echt bemerkenswert finde. Zumindest als Männlein – Als Frau muss man wohl oder übel in den sauren Apfel beißen und auf’s Girlieshirt verzichten, denn 2 der Motive gab es nur als Männershirts. Eines davon ist jedoch mit dem Sachsen-Anhalt-Wappen bedruckt und das hat mich überzeugt! Da gibt man 18 Euro gerne aus! ..

Alles in allem lohnen sich die ~60 Euro für das Festival definitiv! Ich weine dem Geld keine Träne nach und ich finde es super, was in den 3 (bzw. 5) Tagen geboten wird.. So fair verhält sich nicht jedes Festival – Ich muss es nur mit dem Feuertanz vergleichen, das 2 Auftrittstage und eine Campingsituation hat, die unter aller Sau ist. Außerdem findet man beim Line-Up immer irgendeine Überraschung; das hat sich nun schon mehrfach bestätigt! Dieses Jahr war es Motorjesus, während Fiddler’s Green am meisten Gaudi gemacht und deshalb meiner Ansicht nach den besten Auftritt hingelegt hat..

Ich hoffe, dass ich nächstes Jahr wieder Zeit & Kohle dafür habe, denn dieses Nonplusultra – für mich persönlich – darf ich mir eigentlich nicht entgehen lassen.

In diesem Sinne gibt’s wieder Fleißkekse und natürlich gaaaanz dicke Grüße an die Bande, die die 5 Tage so super gemacht hat! Fühlt euch gedrückt und mit Met überschüttet ;)



Ich tanz‘ den Regentanz .. – Feuertanz-Festival 2011 auf Burg Abenberg

Endlich war es wieder so weit..! Viel zu lange musste ich warten, bis sich zu Konzerten und Mittelaltermärkten auch wieder Festivals gesellten und genau dieses Ereignis will ich für einen weiteren Reanimationsversuch meines Blogs nutzen. Worüber ich seit dem Konzert in Telfs nicht geschrieben habe, sind das Schandmaul-Konzert in Linz Anfang März und das MPS in Bad Säckingen am Walpurgiswochenende – Aber ich verspreche .. mal wieder .. Besserung! Beide Events sind auf jeden Fall erwähnenswert, nicht zuletzt wegen des Interviews, das Rob und ich in Linz mit Thomas gehalten haben .. Wer genaueres dazu wissen will, darf mich gerne kontaktieren – Das File dazu existiert auch noch auf meiner Platte!

Nun aber zurück zum eigentlichen Grund für’s Bloggen: Dem Feuertanz 2011. Bereits letztes Jahr zum 10-jährigen Jubiläum war ich in Abenberg, aber ich kann voll und ganz behaupten, dass es dieses Jahr vom Party-Faktor her noch grandioser war! Das Wochenende lässt sich mit dem Adjektiv ‚chaotisch‘ ganz gut beschreiben, aber das ist ja nichts, wovon wir uns die Stimmung vermiesen lassen. Deshalb ging es auch schon munter am Donnerstag los in Richtung Franken. Wie letztes Jahr auch hab ich am Vormittag noch eine Prüfung gehabt, weshalb das Festival wie gerufen kam um zu feiern und abzuschalten. Wunderbar schien die Sonne noch in Lörrach auf uns herab, aber .. Na, wer errät’s? – Richtig .. Es blieb nicht so! Ich kann hiermit behaupten, dass meine Regenquote hinsichtlich Festivals ihren 100% treu bleibt, denn es schüttete am Wochenende mehrfach wie aus Kübeln. Das erste Mal bereits auf der Fahrt – Aquaplaning ist ein interessantes Erlebnis, wenn das Auto bis unter’s Dach vollgepackt ist! Zähneknirschend kam ich Nürnberg immer näher, um dort meine Sachen unterzustellen und den Pavilion abzuholen, der nur mit viel Kreativität in mein Auto passte – Da bin ich froh, dass ich den Ka nicht mehr habe .. Und dann mit viel zu viel Verspätung und viel zu nass erreichte ich erneut das kleine Nest, über dem die wunderbare Burg thront. Da wir letztes Jahr im letzten Eck vom Ersatzcampingplatz zelten mussten, bestand diesmal die Hoffnung, noch einen vernünftigen Platz auf dem normalen zu bekommen .. Ha! Pustekuchen! Das zerschlug sich schnell, als ich den Parkplatz davon erreichte und mich schon halb im Schlamm versinken sah. Die Dresdner hatten derweil ein Plätzchen gesucht – Und keines gefunden, das man noch reservieren konnte. So viel also zu unserem Plan .. Erneut ging es zum Ersatzcampingplatz und auch wenn ich anfangs wenig begeistert war, lässt sich im Nachhinein nur eines sagen: Es war die beste Entscheidung überhaupt! Wir hatten nämlich unter anderem einen Klo-Wagen mit Waschbecken, während sich der Rest mit Dixis rumschlagen musste. Außerdem war es mit viel Überredungskunst und einem dicken Fell gegenüber der ziemlich unorganisierten Security auch möglich, wenigstens ein bisschen Platz freizuhalten. Nichtsdestotrotz ist genau auch das der größte Kritikpunkt am diesjährigen Feuertanz, den ich jetzt gleich ausweiten werde, bevor ich danach zu all den Highlights komme! .. Es war einfach viel zu eng. Wenn ein Veranstalter 4000 Karten verkauft, dann sollte er verdammtnochmal auch mit ebenso vielen Campern rechnen, die zum großen Teil mit Autos und Pavilions etc. anreisen. Das war nicht der Fall und so gab es eine ziemlich haarsträubende Campingordnung, an dem sich eh kaum einer gehalten hat. Und natürlich viel zu wenig Platz für alle die Leute .. Wir hatten Glück, dass wir Donnerstag schon angereist sind, aber wenn bereits Freitagvormittag auch die eigentliche Zeltfläche des Ersatzcampingplatzes voll ist und es kaum noch eine Möglichkeit zum Parken gibt, dann läuft irgendwas mächtig schief. So war es kein Wunder, dass man um sein trockenes Zeltinneres bangen musste, wenn regelmäßig mehr oder weniger besoffene Mitfeiernde über die Zeltschnüre stolpern und dabei alles verziehen. Auch ist es abends auf der Burg immer unheimlich beengt gewesen. Natürlich ist nicht viel Platz für den Markt und wenn man sich einmal irgendwo durchdrängeln muss, dann kann ich damit auch leben, aber das Rauskommen aus der Burg nach den Headlinershows war schon eine mittelschwere Katastrophe. Zudem haben wir dieses Jahr gar nicht erst versucht in den Burgsaal zu kommen. Es hat schon gereicht, dass man eine halbe Stunde bei den Toiletten dort anstehen musste …

Blick von unserem Pavilion aus

Der Campground

Nun aber zu den schönen Dingen der letzten Tage! Denn wenn man die Organisation und das unheimliche Mistwetter (Das ist keine Übertreibung .. Es war richtig heavy!) ignoriert, war es einfach nur geil. Donnerstagabend war außer chaotischem Zeltaufbauen (Stangen einfädeln, Stangen ausfädeln, Knoten verfluchen, Zeltbahnen unterm Pavilion trocken halten, im Halbdunkeln dann wegen des Regens hetzen, Zelte beziehen, den Nachbarn zur Hilfe eilen), gemütlichem Beieinandersitzen und Futtern nicht mehr ganz so viel los, aber das war wahrscheinlich auch gut so, denn Freitag hab ich mich schon viel zu früh aus meinem Schlafsack gequält. Egal .. So hatten wir dann alle was von einem sonnigen Vormittag, von dem ich sogar ein wenig Sonnenbrand mitgenommen habe! Die Freude hielt aber nicht lange an, denn es zog später noch gehörig zu .. ‚Später‘ war, nachdem ich zum ersten Mal Munchkin gezockt – oder es zumindest versucht! – habe, Taxi spielte und sich unser illustres Grüppchen noch weiter vergrößerte. Erst danach konnten wir Anstalten machen, mal zur Burg hinauf zu pilgern und zu schauen, was der Markt und die Bühne dieses Jahr so hergeben. Die Verkaufsstände auf ersterem waren weitestgehend gleich zu denen aus dem vergangenen, was unsereins nicht daran hinderte, mal wieder viel zu viel Geld auszugeben. Aber ich bin verliebt in meinen Ring, mein Kopftuch, meine beiden neuen CDs und das Feuertanz-T-Shirt, das im Vergleich zu dem letzten echt todschick ist! Zu den Bands komm ich später, denn jede, die ich gesehen habe, hat auch einen eigenen kleinen Beitrag verdient .. Oder auch nicht ..

Auch die zweite Nacht war kaum länger als 3 oder 4 Stunden, weil irgend so ein Volldepp am Samstagmorgen der Meinung war, brüllen zu müssen, dass andere – die ich nicht gehört habe? – doch mal die Klappe halten sollen, damit ‚die Mädels‘ schlafen können. Ja – So viel dazu. Aber hey .. Wer früher aufsteht, hat mehr vom Tag (und kann eher mit dem Trinken anfangen!), nicht wahr? Wieder nahmen wir es auch gern in Kauf, ein Weilchen beim Kaffeestand zu warten, bis ich das heiße Gebräu in den Händen hielt und halbwegs einen Zustand erreichte, der der Beschreibung ‚wach‘ nahe kommt. Den letzten Rest schafften dann erst das Schwingenfeuer und das kollektive Haarewaschen .. Meine Fresse, war das Wasser aus dem Klowagen kalt! Bewaffnet mit ca. 8 Wasserflaschen und Shampoo haben wir uns zu sechst ans Feld gehockt und wenigstens ein wenig Hygiene vorgegaukelt. Denn trotz Festival .. muss man es ja nicht übertreiben. Und da die Wartezeit bei den zur Verfügung gestellten Duschen ziemlich arg war, haben wir eben improvisiert! Haarewaschen war selten so lustig und überhaupt hab ich am Samstag gewickelten Handtüchern, Pfefferbeißern usw. sei dank ziemlich gut gelacht! Mir hat’s auf jeden Fall ’ne Menge Spaß gemacht, selbst wenn ich mich für einige Fotos wahrscheinlich noch verfluchen werde..

Das Positive und Negative des Drumherums halten sich also letztlich gut die Waage, denke ich. Viel Meckernswertes hatte nunmal mit der Organisation und der Security zu tun, aber mit ein wenig Mühe lässt sich darüber hinwegschauen – Und dann konnte man auch folgende Bands genießen:

Rabenschrey

Es gibt nur einen Gott – und der hat Hörner!
Hat er keine dran, ja, dann zünden wir ihn an!

Donar von Rabenschrey

Donar von Rabenschrey

Ich kam bereits letztes Jahr in den Genuss, Donar als Moderator beim Veldensteiner Festival kennen zu lernen und da war mir der Mensch bereits sympatisch. Schließlich ist es schwierig, einer Band zu lauschen, deren Frontsänger man nur bedingt leiden kann. Wie auch immer.. Von Rabenschrey habe ich bisher eher weniger gehört – Mein Repertoire beschränkt sich auf ganze zwei Lieder. Aber das war egal, denn die Stimmung war trotzdem bombig! Beim Mischen hat wahrscheinlich irgendein Anfänger gesessen, denn verglichen mit allen anderen Bands hat man Donar wirklich ganz schlecht verstanden und so konnte zumindest ich nur so mithüpfen und feiern. War aber witzig und es führt mich zur Hypothese, dass ein Feuertanz ohne Polonaise wohl gar nicht existiert. Während diese letztes Jahr als Lindwurm getarnt bei Feuerschwanz stattfand, war dieses Jahr Rabenschrey die Band, bei der sich ein Menschenfaden durch den vorderen Bereich zog. Diesmal bin ich auch mit Carina reingesprungen und mein Fazit: Live sind die super und ich denke, dass sie zu einem späteren Zeitpunkt wahrscheinlich besser aufgehoben wären, damit die Stimmung auf einem solch hohen Level bleibt!

Eric Fish & Friends

Anders sein und anders scheinen,
anders reden und anders meinen,
alles loben, alles tragen,
allen schmeicheln, stets behagen.

Eric Fish

Eric Fish

Was mich gleich zum nächsten Act führt, den ich mir angeschaut habe. Schelmish hab ich ausgelassen, da ich bei denen häufiger die Möglichkeit habe, sie auf einem MPS zu sehen – Bei Eric Fish ist das nicht der Fall. Zu Anfang sei erwähnt: Ich steh auf Liedermaching und ich liebe deshalb auch seine Solo-Alben! Da sind wunderschöne Songs mit dabei, die zum Träumen und Nachdenken anregen, aber genau das war auch das Problem. Der gute Herr Fish war leider um diese Zeit ein ziemlicher Stimmungskiller. Um nicht zu sagen: Es war langweilig. Man wollte tanzen und Spaß haben und dann SaMo lauschen, aber das ging nicht. Stattdessen haben wir das Konzert sitzend und erzählend verbracht, da hatten wir irgendwie mehr von. Find ich ehrlich schade, aber es steht überhaupt nicht zur Debatte, dass Eric Fish es gesanglich und mit der Gitarre drauf hat! Es war nur einfach die falsche Zeit und der falsche Ort für so ein Konzert. Deshalb würde ich ihn mir auf jeden Fall auf einer Solo-Tour trotzdem gern mal anschauen, sollte sich die Möglichkeit ergeben!

Saltatio Mortis

Und wenn mich einst des Todes Finger greifen,
wenn nichts mehr bleibt und niemand bei mir ist ..
Und wenn ich fort bin, wird es sich erweisen:
Wer an mich denkt und wer mich schnell vergisst..

Please increment the counter. .. Um es mal als richtiger Informatiker auszudrücken. Das war nun das 10. Mal, dass ich die Spielmänner von SaMo gesehen habe und ich wiederhole gerne immer wieder, dass es nie auch nur annähernd langweilig oder schlecht war! Und auch beim Feuertanz war es eine einzige Party. Ich muss sogar zugeben, dass der Regenschauer angenehm und willkommen und stimmungsfördernd war! Aber das Bild, wie sich die gelben Scheinwerfer dem Publikum zuneigten und dabei den Bindfadenregen nur noch mehr untermalten, während die Band ‚Letzte Worte‘ spielte, hat sich einfach total in meine Netzhaut gebrannt und so schnell werd ich das nicht vergessen.. Saltatio Mortis hat die Headliner-Show auf jeden Fall verdient und mit Bravour gezeigt, wie geil sie sind. Und dass man sich wirklich die Kehle aus dem Leib gröhlen kann!

Vroudenspil

Wenn es etwas gibt, dass wir auf unserer Reise lernten:
Wer Wind sät, wird Sturm ernten!
Wir wissen jetzt, was Rauben ohne Gnade heißt
Und dass der Teufel immer auf den größten Haufen scheißt!

Phyra, die Frau, die am Rad dreht

Phyra, die Frau, die am Rad dreht

Wow! Das, was Feuerschwanz letztes Jahr für mich waren, waren nun 2011 Vroudenspil! Eine Überraschung schlechthin, unglaublich witzig, sehens- und hörenswert! Ich hatte mich ja vorher schon gewundert, warum zur Hölle ich noch nie was von denen gehört habe, wo die doch von ihrem Konzept her sehr piratig sind .. Und damit genau meinen Geschmack treffen! Ich hab mir also vorher schon die beiden Alben von der Band geholt, da ich auf mein Bauchgefühl, meine Mitcamper und die Erinnerung an die Musikschnipsel von Facebook gehört habe. Zudem hab ich gelernt, wie man den Bandnamen richtig ausspricht und mich dabei natürlich mal wieder blamiert. Aber warum auch nicht – Gehört bei solchen ‚exotischen‘ Namen nun mal dazu! Wie auch immer .. Auch bei Vroudenspil hat es mal wieder geregnet, aber zumindest einen Teil von uns hat das kalt gelassen und ich kann sagen, dass meine Schuhe nach diesem Auftritt wirklich richtig nach Festival aussahen! Die haben so gefetzt! Nicht nur, dass sie ziemlich sympatisch erschienen und mit Freude dabei waren – Nein, auch die Technik war in diesem Falle super und es war einfach nur ein Hochgenuss, den Seeräubern auf der Bühne zu lauschen! Gerne wieder, denn auch die CDs sind klasse und das nächste Mal werd ich nicht nur tanzen, sondern auch mitsingen können!

Omnia

Storm winds blow on the golden barley
Birds lie dead on the fields of Athenry
I’ll stand strong ‚cause you stand beside me
Take my hand and we’ll dance until we die

Omnia

Omnia

Viele hat es gestört, dass Omnia auch dieses Jahr wieder dabei sind und auch ich fand es auf den ersten Blick einfallslos, aber auf den zweiten schon gar nicht mehr! Im Gegenteil: Wieder haben die Holländer total gerockt und einen wunderschönen Auftritt hingelegt, der sogar noch toller war als der letztjährige. Dieses Mal konnte ich auch Sics politische Einstellung eher mit einem Schulterzucken hinnehmen – In einigem hat er schon recht, anderes gehört vielleicht nicht auf die Bühne, aber wer sonst will die Menschen erreichen, wenn nicht ein Musiker vor Hunderten von Leuten? Deshalb also freu ich mich, sie wieder gesehen zu haben und nun haben sie sich noch tiefer eingeprägt, denn zu der Musik kamen auch noch interessante Bilder, die Kelvin Kalvus und eine russische Tänzerin, deren Name mir leider entfallen ist, lieferten. Er mit seiner Kontaktjonglage mit den Kugeln und sie mit Feuer. Wow und zum Staunen! Einzig die Weiber, die sich auf die Schultern ihrer Freunde gehockt haben, haben gestört, aber sonst war es ein wahnsinniges Konzerterlebnis im Sonnenschein. Denn genau wie 2010 haben die Jungs und Mädels auch dieses Jahr die Sonne hervor gesungen .. Ich freu mich jetzt schon auf der M’era Luna, denn da sind sie auch ein Muss. Nicht zuletzt wegen der unheimlich hübschen Mädels mit ihren Wahnsinnsstimmen und dem tollen Sänger – Nein, auch die anderen beiden Bandmitglieder sind auf jeden Fall eine Erwähnung wert. Das Slideridoo (Jaah, ich hab mich erkundigt!) beschert mir jedes Mal wieder eine Gänsehaut und das Grinsen des Drummers ist einfach nur ansteckend. Für mich war Omnia auf jeden Fall die Band mit dem besten Auftritt in diesem Jahr!

Korpiklaani

Drinking is good for you!
You’re really feeling awesome!

Yay! Die Finnen durfte ich nun auch zum zweiten Mal sehen, doch leider war ich nicht mehr in der besten Verfassung .. Hätten die Füße nicht so geschmerzt und wäre der Regen fort geblieben, wär‘ das Konzert sicherlich noch richtig, richtig geil geworden. Immerhin lieferten Korpiklaani den Metalteil dieses Feuertanz‘. Aber man kann leider nicht alles haben und so hab ich nur die ersten paar Songs beobachtet und was ich gesehen habe, war ziemlich solide! Keine Spur von zugedröhnten Musikern, die keinen Ton mehr treffen und nur noch ins Mikro lallen. Glück für uns, denke ich .. Der Gesang war klar und es hat mächtig in den Ohren gebombt, was sie so von sich gegeben haben – Genauso, wie es sein muss! Deshalb sag ich auch hier weiterhin: Gerne wieder!

Schandmaul

Zeig Dich hier!
Bring mich zu ihr!
Lass mich Dein Diener sein,
und ihre Liebe dafür mein,
meine Seele ist dann Dein!

Thomas Lindner

Thomas Lindner

Das Finale hätte keine bessere Band bestreiten können! Und auch hier gab es eine Überraschung, als nämlich Thomas auf die Bühne kam: Mit eingegipstem und am Bauch festgeschnallten Arm. Jaja, so ein kaputtes Schlüsselbein ist schon scheiße, wenn man eigentlich Akkordeon und Gitarre spielen will .. Der Auftritt ist den Mäulern dennoch gelungen! Ich bin vor allem ziemlich happy mit der Liedauswahl gewesen. Sie haben vergleichsweise viel vom Traumtänzer gespielt und genau das fand ich super. Alle Schmerzen waren vergessen, der Regen ebenso und deshalb haben wir’s nochmal richtig krachen lassen und die letzten Kraftreserven rausgeholt .. Es ist super, dass die Band das geschafft hat! Und ja .. Anna sah wirklich hübsch aus in ihrem Outfit, da haben die Jungs zu recht gesabbert. *g* Schandmaul ist also nach der Pause wirklich mit vollem Elan zurückgekehrt und hat nichts verlernt .. Da ist man gerne Fan. ♥

Abschließend will ich noch meine persönliche Enttäuschung erwähnen .. Haggard kannte ich vorher ebenfalls nur bedingt und das einzig tolle an deren Auftritt war die Tatsache, dass Ally the Fiddle auf der Bühne stand. Alles andere fand ich echt anstrengend und bin deshalb auch geflüchtet. Es war ohnehin schon total unnötig, dass der Aufbau eine halbe Stunde länger gedauert hat als geplant. So etwas ist meiner Meinung nach auf einem Festival absolut unpassend und den anderen Bands und deren Crews gegenüber unheimlich unfair, denn die waren es, die alles auszubaden hatte. Es ist ihnen aber gelungen und das spricht für die Professionalität von Omnia, Korpiklaani und Schandmaul. Es ist super, dass sie wegen Haggard nicht oder nur kaum einstecken mussten – Alles andere wäre verdammt ärgerlich gewesen!

So .. Mitteilungsdrang gestillt und alle, die bis zum Schluss gelesen haben, bekommen einen Keks. Abschließend geht aber nochmal ein fetter Dank nach Dresden, Franken, Oberbayern und natürlich Salzburg für ein paar richtig coole Tage! Ich hoffe, dass man sich auf dem einen oder anderen Festival oder Konzert wieder sieht ;)

Wenn es wieder heißt: „Du bist schuld an dem Wetter, man!“



Was ist wichtiger: Vernünftig sehen oder vernünftig hören? – Vernünftig sehen! – 18.02.2011: Vermaledeyt & Saltatio Mortis in Telfs/Österreich
04/03/2011, 10:18
Filed under: Konzerte | Schlagwörter: , ,

Ich bin schon wieder zwei Wochen überfällig, aber ich habe mir für diesen Blog fest vorgenommen, nicht nachlässig zu werden – Und deshalb gibt’s der Ordnung halber noch einen kleinen Nachtrag vom Konzert in Tefls, bevor ich heut‘ Abend ja schon wieder unterwegs bin, denn .. Schandmaul is back!

Aber hier soll es jetzt vorrangig um SaMo und Vermaledeyt gehen, für die ich vor zwei Wochen ins schöne Nordtirol gefahren bin. Gefunden hatte ich das durch Zufall auf der Website von Saltatio Mortis und nach einem kurzen Kilometercheck war dann Anfang der Woche auch endlich die Entscheidung gefahren, dass wir fahren! Yay! Gleichzeitig sollte Telfs nämlich Mittelaltermarktauftakt sein, aber .. Nunja. Ich möchte es lieber „Märktchen“ nennen, denn mehr war es leider nicht. Glücklicherweise bin ich aber von Vornherein mit wenig Erwartungen losgedüst und diese entwickelten sich auch im Laufe des Tages bezüglich des Konzerts. Der Markt war nämlich nur ein Platz mit 7 oder 8 Buden, in der Mitte eine Bühne und das Programm bestand aus einem Gauklerduo und 5 Kämpfern. Für so ein kleines Nest sicherlich schon eine Leistung, aber es stellt sich die Frage: Woher zur Hölle sollen heute Abend noch Hunderte von Konzertgängern kommen? Und die Antwort – Richtig: Nirgendwoher!

Es lohnt sich kaum, ein Wörtchen über die Preise, die Location oder die Organisation zu verlieren. Ersteres war angemessen, zweiteres Standard und letzteres ließ an einigen Stellen zu wünschen übrig. Viel erwähnenswerter ist dagegen wirklich die Anzahl an Besuchern – Die schätzungsweise .. wenn ich aufrunde .. Und alle Augen zudrücke .. vielleicht 100 betrug? Ich bin schlecht bei sowas, aber .. Doch, das könnte hinkommen. Ich nehm das gleich vorweg, damit den Tatsachen, dass ich die Erste im Saal war und dass man während des Konzerts ganz gechillt was zu trinken holen konnte und sich danach wieder in die erste Reihe stellte, gleich von Anfang an der Zauber genommen wird. Es war unglaublich, wie wenig Andrang es gab – Und da habe ich bei den Spielleuten schon wahrhaft anderes erlebt! Mit Grauen denk ich an das Gedrängel beim MPS in Köln zurück, mit Freuden dagegen an das Jubiläumskonzert in Wuppertal .. Da waren es .. 3000? .. 4000?.. Leute,die Stimmung gemacht haben! Und genau das war die Hauptsorge: Können so wenig Menschen für ein gelungenes Konzert sorgen? Ich sage: Yipp! Bei der richtigen Band schon!

Und wir hatten die richtigen Bands .. Besonders gefreut habe ich mich nämlich auch auf Vermaledeyt, die dieses Jahr leider auf keinem MPS im Süden spielen, weshalb es wahrscheinlich das erste und einzige Mal gewesen ist, dass ich sie 2011 gesehen habe. Find ich nun ziemlich schade, aber gut – Ihr Auftritt war dafür umso besser! Zwar hat man von dem Gesang und den Ansagen so gut wie gar nichts gehört, aber wie wurde mit anderen „Erste Reihe“-Stehern sehr treffend festgestellt: „Mh .. Richtig sehen oder richtig hören?“ – „Richtig sehen!!!“ Außerdem war es interessant, mal von ganz vorn den Instrumenten zu lauschen .. Es stichelte die Hoffnung an, dass die Akustik wirklich nur dort so .. gewöhnungsbedürftig ist, dass man die Instrumente eben richtig hört und nicht über Lautsprecher. Aber das war mir ehrlich gesagt auch nicht sooo wichtig! Immerhin war’s das erste Konzert 2011 und das konnte ich in vollen Zügen genießen! In der Umbaupause zwischen den Spielleuten war dann auch ein kurzer Plausch mit Vivianne von der Saar drin, die auf ihrem Weg nach Telfs ähnlichen infrastrukturellen und verkehrstechnischen Problemen trotzden musste wie wir. Tja, es gab an diesem Tag viele Leidensgenossen, denn es waren viele Bayern gekommen .. So zumindest mein Eindruck. Einen äußerst positiven behalte ich nun auch von Vermaledeyt zurück .. Die sind supernett und ich bin gespannt, wann ich sie das nächste Mal sehen werde! ♥

Dann ging es aber mit Saltatio Mortis weiter – Yay! Das zweite Mal SaMo aus der ersten Reihe, wenn ich die MPS mitzähle *g* .. Und es war toll .. Die Musiker bereiten grad alle fleißig auf ihr neues Album vor, das im September veröffentlich wird – Und das nicht zuletzt mit stilechter Bühnendekoration in Form von Schwertern an den Mikroständern, die zusätzlich noch mit roten Tüchern umwickelt sind. Sehr schick! Für die Band war es zudem der erste Auftritt nach Neujahr in Hamm und nach ihrem Afrikaurlaub und – Sie hatten Power, wie eh und je. Die 100 Leutchen ließen sich so mitreißen, wie es bei den Jubiläumsgästen der Fall war und es war ein seeehr gelungener Abend, der mal wieder mächtig an die Kondition ging! Ich möchte gar nicht viel mehr dazu sagen .. Außer vielleicht, dass Alea Kreativität bei „Falsche Freunde“ gezeigt hat.. Der geneigte SaMo-Fan weiß, dass er bei diesem Lied normalerweise croudsurft .. Das war aufgrund der .. ‚Masse‘ nun nicht möglich und Alea stellte den direkten Fankontakt kurzerhand als Polonaise her! Passt nicht unbedingt zum Lied, aber der „Lindwurm“ – wie nun bei Feuerschwanz hieße – war trotzdem witzig! Dann zurück in die erste Reihe und bei der zweiten Zugabe den Telfsern (? .. Oo‘) erstmal gezeigt, wie das mit dem Zurückholen der Band geht, nachdem sie mit den Klängen vom „Spielmannsschwur“ die Bühne verlassen haben. Nämlich nicht mit den berühmten „Zugabe“-Rufen, sondern mit dem äußerst atmosphärischen Mitgröhlen der Melodie! Hat auch geklappt – und zwar schneller als normal! – und wurde mit zwei letzten Liedern belohnt. Den Schluss bildete dies Mal „Miststück“, dann habe ich mir noch die Setlist von der Bühne gepult und nachdem Dominic Alea die Hand geschüttelt hat, ging es völlig k.o. zurück nach Hause.

Fazit: 2011 wird geil!



Von Zaubererbrüdern .. Dunkelromantische Winternächte – 17.12.2010: ASP in Weimar
12/01/2011, 20:02
Filed under: Konzerte | Schlagwörter: ,

Fast ein Monat ist vergangen, seit ich beim Schwarzen Schmetterling in Weimar war und nun schaffe ich es endlich, ein paar Worte über das letzte Konzert des aufregenden Jahres 2010, das in Hinsicht auf Konzerte und Festivals für mich Maßstäbe gesetzt hat, zu verlieren. Bisher haben sich Herz und Gedanken ein wenig davor gesträubt, das Erlebte in Sätze zu verpacken, die der Bezeichnung einer „Konzertrezension“ zumindest ansatzweise gerecht werden, denn der Auftritt der Akustiktour war einfach nur eines: Gefühl pur.

Im Vornherein war ich enorm skeptisch – Akustikkonzert, Stühle, Sitzen, Stillhalten. Gerade die drei S-Wörter lassen sich für mich nur schwerlich in Verbindung mit ‚Konzert‘ bringen, denn da geht es ja ums Feiern und Spaßhaben – Aber letzteren hatte ich trotzdem und ja .. Gefeiert wurde auch. Nur anders.

Alle Zweifel haben sich im Laufe des Abends in Luft aufgelöst, dafür hat Alexander Spreng – better known as Asp – gesorgt. Natürlich haben wir gesessen und natürlich wurde nicht getanzt – Mit einigen, wenigen Ausnahmen am Ende – aber letztlich stand auch eher die Kunst im Vordergrund. Das Nachsinnen über die Songtexte, die man mitsingen kann und von denen man sich doch schlagartig ein weiteres Mal beeindrucken lässt, kaum dass man die Möglichkeit hat, sie live (!) zu hören. Denn wenn es einen deutschen Musiker gibt, der mich mit seiner Stimme überzeugt, dann ist es der Sänger von ASP. Es ist einfach unbeschreiblich gewesen, mit welcher Inbrunst er seine Texte auf der Bühne lebt! Und gerade die Akustik machte es möglich, sich wirklich nur auf die Stimme zu konzentrieren. Hier lenkte keine Elektronik, keine Technik, keine große Lichtshow ab: Im Mittelpunkt stand der Gesang, gekonnt untermalt von Gitarre, Bass & Schlagzeug, sowie Cello, Violine, Percussions und Dudelsack & Flöten. Ob leise oder laut, melancholisch, unterwürfig oder brutal – Asp ist wie kaum ein anderer in der Lage, die Gefühle, die in den Texten besungen werden, auch wirklich mit seiner Stimme wiederzugeben und dem Zuhörer ein Gesamtpaket zu präsentieren, das zumindest mich in einen Zustand höchster Verzückung versetzte. Gänsehaut und sogar Bauchkribbeln inklusive.

So viel gleich zu Anfang zu meiner Gesamtimpression, denn bevor das hier nur in bodenloser Schwärmerei endet, will ich versuchen, der Reihe nach ein paar Details zu erzählen, die ich als dafür wert erachte. Zur Halle: Soweit ich das überblickt habe, lag die Weimarhalle nun -überraschenderweise!- genau in der Innenstadt, direkt um die Ecke war das Hostel, was zwar die Parksituation nicht unbedingt verbesserte, aber ich musste in meinen ausgeliehenen Stöckelstiefeln immerhin nicht so weit laufen und die Wahrscheinlichkeit, sich bei diesem furchtbaren Winterwetter ganz unelegant auf die Nase zu legen, sank auch. Die Schlange, die wir dann sahen, als wir 19.40 – 20 Uhr sollte das Konzert beginnen! – auf den Vorplatz traten, war bemerkenswert. Um nicht zu sagen: Furchterregend. Bei Sitzplätzen ist es ja nun noch schwerer, sich mal eben nach vorn zu drängeln, aber auch diese Sorge war weniger stark begründet: Das In-Der-Kälte-Stehen war schneller beendet als gedacht und in der Halle ergatterten wir dann auch Plätze, die ungefähr mittig waren, in der Reihe vom Mischpult. Also noch in dem Bereich, wo man nicht nur verschwommene Gestalten, sondern auch noch den einen oder anderen Gesichtsausdruck genauer identifizieren kann! Das war auch sehr von Vorteil, denn kaum das es los ging, zog Asp mit ALLEM was er tat gänzlich in seinen Bann. Zu den Klängen von „Betteljunge“ betrat er nach seiner Band die Bühne, den Dreispitz ins Gesicht gezogen und den Koraktor unter’m Arm, den er sodann auf einem Pult platzierte. Und dann jagte ein akustischer Orgasmus den nächsten! Ich neige ja gern zu Übertreibungen, aber in diesem Falle stimmt es einfach .. Denn ASP haben nicht nur Stücke vom Krabat-Album gespielt, sondern auch den einen oder anderen Leckerbissen, der wirklich unter die Haut ging. Für mich persönlich gehören vor allem zwei ältere Songs dazu, von denen ich mir nie erträumt hätte, sie in solcher Form zu hören. Die Rede ist von „Where Do the Gods Go?“ und „The Last Lovesong“. Insbesondere letzterer .. flashte.. Das tut er so schon, live aber war das noch einmal ganz etwas anderes! Dieses Lied gehört dann wohl aber auch zu jenen von ASPs Werken, das Asp als „Seelenstriptease“ bezeichnen könnte, so wie er es mit „Und wir tanzten (Ungeschickte Liebesbriefe)“ tat. Ein ebenso berührendes wie mitreißendes Stück, dem man schweigend lauschen möchte – Und man hofft, dass er nie wieder zu singen aufhört.

Das tat er aber irgendwann – Nach 3 Stunden effektivem Konzert, zu dem noch eine halbe Stunde Pause zwischendrin dazu kam .. Am Anfang hab‘ ich auch deshalb mit den Zähnen geknirscht, aber als dann noch eine Zugabe kam .. Und noch eine .. Da war alles vergessen und am Ende zeigte die Uhr kurz vor Mitternacht und ich war mehr als selig. Die Band hat in dieser Zeit wie bereits erwähnt einen Teil der Krabat-Reihe, wie „Zaubererbruder“, bei dem der Bassist Tossi die Rolle übernahm, die auf dem Silberling Eric Fish singt, zum Besten gegeben, doch vor allem am Ende spielten sie dann auch Klassiker wie „Stille der Nacht (Ein Weihnachtsmärchen)“, „In der Tiefe“, „:Duett (Minnelied der Incubi)“ (Inklusive eines Gedichtvortrags, der … wirklich für Schweigen gesorgt hat), „Werben“ (♥), „Biotopia“, „Wolfsspuren“, aber auch „Die Ruhe vor dem Sturm“ und „Varieté Obscure“. Ich weiß noch, wie ich zu meiner Anfagszeit als ASP-Hörer immer bei „Die Ruhe vor dem Sturm“ da saß, seufzte, und den 10 Minuten lauschte – Mit dem bitteren Beigeschmack, dass dieser Song zu lang ist, als dass ich irgendwann in den Genuss einer Live-Aufführung kommen könnte. HA! Diesen Irrglauben gebe ich gern zu und ich freue mich sogar noch darüber! Denn eine Zugabe war – für mich so überraschend! – genau dieser Song und genau wie bei „The Last Lovesong“ kann ich nur eines sagen: Danke! .. Aber auch auf „Varieté Obscure“ muss ich noch einmal eingehen, denn nicht nur, dass Asp an dieser Stelle mit Zylinder und Frack auf die Bühne trat, nein – Es gelang ihm, mit seiner Stimme noch eine weitere, andere Welt zu zeichnen – Neben dem Dunklen Turm und Schwarzkollm. Nämlich diesen Nachtclub, voll wiederkehrendem Alltag und versteckter Versuchung.

Die Songauswahl war also grandios, mir fällt jetzt im Nachhinein nichts mehr ein, was ich gern noch dabei gehabt hätte .. Vielleicht liegt das auch alles schon zu lang zurück und mein Siebhirn meldet sich zu Wort, aber – Nein. Manche Momente hab‘ ich immer noch so genau vor Augen, ähnlich wie bei dem Jubiläum von Saltatio Mortis .. Nur auf einer anderen Ebene. So zum Beispiel Asp’s Seitenhieb zu einer gewissen .. anderen .. Ex-Schwarze Szene- .. Band. „Naja, wir machen ja keine Weihnachtssongs..“ – hieß es da sinngemäß, nur damit er im nächsten Augenblick „I’m dreaming of a White Christmas“ losschmettern konnte. Und zwar lediglich diese Zeile! Aber das hat auch gereicht, ich saß mit geöffnetem Mund völlig erstarrt da und .. Auch später, als noch ein weiteres traditionelles weihnachtliches Lied gespielt wurde, dessen Name mir leider entfallen ist, habe ich nicht schlecht gestaunt. Selbiges gilt für die Enterntainer-Qualitäten, die der Sänger hier und da an den Tag legte. Er führte wirklich angenehm durch’s Programm, mit witzigen und philosophischen Anekdoten und ließ es sich auch nicht nehmen, der Bühnendekoration einmal zu Leibe zu rücken, auf dass sie fast aus ihrer Halterung gefallen wäre – Tja, das kommt  davon, wenn man so ein breites Kreuz hat!

Aber Asp darf es sich erlauben .. Wer solch ein Talent vorzuweisen hat und dabei noch so sympatisch ist, der hat so einiges verdient. Vor allem aber die Muse für noch weitere, tolle Stücke und mitreißende Konzerte – Das wünsch‘ ich mir nämlich. Damit ich noch öfter mit dieser Gruppe innerhalb von ein paar Stunden durch Höhen und Tiefen gehen kann, um alles andere auszublenden und wenigstens für diese Zeit als nichtig anzuerkennen.



Los geht’s auf 3: 3 – 2 – 1 … 3! – 10.12.2010: Coppelius in Nürnberg
14/12/2010, 17:42
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Wie lässt sich die Vorweihnachtszeit besser „metalig-alternativ“ feiern als mit Coppelius? Das hab‘ ich mir vor einer Weile gedacht und deshalb nicht lang damit gezögert, mir eine Karte für das Konzert in Nürnberg zu kaufen. Es war schon etwas besonderes, da ich die Herren zwar bereits 4x gesehen habe – Bisher jedoch immer nur auf Festivals. Egal, das hat zum Liebenlernen gereicht, weshalb ich mich umso mehr auf das erste ‚richtige‘ Konzert dieser Band gefreut habe. Und ich wurde verdammt nochmal belohnt!

Coppelius sind schlicht und ergreifend sehenswert. Ihre Liveauftritte sind der Wahnsinn, denn in der Art und Weise, wie sie sich präsentieren, macht ihnen so schnell niemand etwas vor. Bewaffnet mit Schlagzeug, Cello, Kontrabass, 2 Klarinetten und einem Diener hat das Sextett einen sehr eigenen Stil entwickelt, für den ich die Bezeichnung des ‚Kammer-Core‘ durchaus passend finde. Anders als andere Metalbands hat man es hier nämlich mit Musikern aus dem 19. Jahrhundert zu tun – Was man aufgrund der Authentizität hinsichtlich der Kostüme und des Verhaltens auch sofort abkauft. Selten waren Zylinder so stylisch! Und noch seltener hätten sie so störend beim Headbangen sein können wie bei Coppelius!

Mit aufgewärmten Halswirbeln ging es also ins Hirsch in Nürnberg – Ein relativ kleiner Club, der aber völlig ausreichend war, wie ich finde. Man hat anhand der wartenden Meute schon sehen können, wer dort an diesem Abend aufgetreten ist: Während das Publikum sich sonst nur als ’schwarzgekleidet‘ zusammenfassen lässt, war’s hier etwas anders. Natürlich dominiert diese Farbe, aber was auffällig ist, sind einige Fans, die es sich nicht nehmen lassen, den Herren von Coppelius in ihrem Stil nachzueifern. So fiel der eine oder andere Gast ins Auge, der sich mit Zylinder, Gehrock oder wunderschönem Kleid dekoriert hat. Perfekt für die Atmosphäre, die die Band ab dem Moment absolut super aufbaut, in dem sie die Bühne betritt. Das geschah auch äußerst pünktlich – Laut meiner Uhr keine 5 Minuten nach offiziell angekündigtem Konzertbeginn um 20.00 Uhr. Eine Vorband gab es nicht, was aber auch nicht nötig ist: Coppelius braucht niemanden, der die Leute für sie einheizt – Das gelingt ihnen normalerweise auch von ganz allein. Bisher habe ich immer mit Erstaunen beobachten können, wie sich auf Festivals wie dem Rockharz Open Air oder dem Veldensteiner Festival die Leute haben mitreißen lassen – Egal, ob sie die Musik vorher kannten oder nicht. Natürlich hatte anfänglich Skepsis geherrscht, denn wer glaubt schon, dass sich mit den oben beschriebenen Instrumenten Metal machen lässt? Wahrscheinlich niemand, der es nicht selbst miterlebt hat ..

Im Hirsch waren die Voraussetzungen andere. Man hatte es mit Fans zu tun, die textsicher sind und genau wissen, mit wem sie es zu tun haben – Und dennoch fehlte mir zeitweise die Euphorie, die ich von anderen Veranstaltungen kenne. Der Band gebe ich dabei keine Schuld, aber das Publikum war mir persönlich an einigen Stellen doch arg lahm. Vielleicht habe ich aber nur ungünstig gestanden, und deshalb die springende und bangende Masse verpasst – Aber grundsätzlich war diese weniger vorhanden als bei den Festivals. Auf der anderen Seite hat dies der Stimmung aber nicht geschadet .. Es wurde halt weniger gehüpft, aber dennoch sehr gekonnt gejubelt und gefeiert – Zumindest bin ich so vorgegangen und fand das Konzert damit lohnenswert.

Das war es nämlich einfach aufgrund dieser abartig genialen Show. Mir fallen spontan nicht viele Bands ein, die ich bei ihren Auftritten so solide finde, wie Coppelius es sind. Da sitzen die Töne, da stimmt die Begeisterung und von der Liedauswahl sollte ich gar nicht erst anfangen. Kurzum: Ich bin begeistert! Es war eine gute Entscheidung, die Band endlich mal ‚allein‘ genießen zu können, ohne einen Rahmen, der durch andere Musiker vorgegeben wird. Das ist schlicht besser für die Stimmung. So kann man gleich in vollen Zügen genießen, wie Bastille auf die Bühne kommt und mit dem Radio den richtigen Sender sucht – Um auf diese Weise das Konzert zu beginnen. Und dann ging es Schlag auf Schlag! Ein mitreißender Song jagte den nächsten und es wurden natürlich hauptsächlich Stücke vom neuen Zinnober-Album gespielt, allen voran „Risiko“, „Diener 5er Herren“, „Nachtwache“, „Automat“, „Coppelius hilft!“, „Damen“ und „Gumbagabanga“, aber auch All-Time-Faves wie „Time-Zeit“, „I get used to it“ und „Murders in the Rue Morgue“ haben nicht gefehlt. Ich bin mit der Liedauswahl rundum zufrieden – Das war ich ja fast schon, als „Risiko“ gleich am Anfang gespielt wurde. Der Song geht einfach dermaßen ins Ohr, das ist unbeschreiblich .. Zwei Überraschungen gab’s dann aber auch: „Morgenstimmung“ wurde gespielt. Damit hätte ich nicht gerechnet, aber ich fand’s super, da das Lied klasse ist und nicht zuletzt durch ein interessantes Video besticht. Und dann .. Mein persönliches Highlight: „1916“. Holy Shit! Ich find‘ es immer wieder genial, wenn Bands plötzlich Melodien auspacken, die man so gar nicht erwartete – das ist mir dieses Jahr schon mehrfach passiert – und wenn es dann ausgerechnet solch ein Song ist, der gesangstechnisch auf höchstem Niveau ist, kann man nur staunen! Graf Lindorf hat bewiesen, was er drauf hat und seine Stimme hat echt für Gänsehaut gesorgt .. Zudem ist das Lied nun mit tollen Live-Erinnerungen verknüpft, was das Hören in Zukunft noch süßer gestaltet. Außerdem erwähnenswert finde ich noch die Tatsache, dass „Absinth“ vorgetragen wurde. Das war einfach nur niedlich! Hinzu kommt, dass hier alle vier Sänger ihren Einsatz gleichzeitig fanden und ein weiteres Mal ihr Können beweisen konnten. Nur einen Kritikpunkt habe ich .. bzw. mehr eine Anmerkung: Ich persönlich fand es schade, dass sie „Operation“ nicht gespielt haben. Für mich ist das einer DER Coppelius-Songs überhaupt und nicht zuletzt deshalb hab (nicht nur ich) ihn vermisst..

Da das aber weniger tragisch ist noch zu drei letzten Dingen: Nobusama rockt! Der Schlagzeuger hat’s einfach drauf und sein mehrminütiges Solo bei „Time-Zeit“ war klasse! Da stört es gar nicht, dass kurzzeitig die Melodiegeber alias Klarinetten & Streicher fehlen. Außerdem hat der Japaner so eine Freude, die dermaßen ansteckend ist .. Man kann ihm nur grinsend zuschauen, egal was er tut .. Und ich möchte es fast als „sonniges Gemüt“ bezeichnen .. Das zweite ist .. Bastille. Der Diener, der diesen Sommer das Veldensteiner schon zu einem ..interessanten .. Erlebnis gemacht hat, verdient einfach noch eine Erwähnung. Zum einen führte er durch den Abend, nahm Zylinder und Mäntel ab, schenkte Getränke nach und reichte Becher herum, kümmerte sich um die Instrumente und zum anderen singt er einfach .. rrrrr! Ich bin heute noch am Rätseln, wie der Song heißt, den er nach dem vorgetragenen Gedicht präsentiert hat – Ich weiß nur, dass er Gänsehaut bereitet hat, aber mir fällt verfluchtnocheins nicht mehr der Titel ein.. Wahrscheinlich war ich zu sehr mit Schwelgen beschäftigt. Und .. Weil ich den Anblick einfach zu erwähnenswert finde: Des Butlers Mikro war etwas besonderes – Es war dekoriert mit einem Staubwedel. So konnte Bastille singen und gleichzeitig Graf Lindorfs Cello saubermachen!

Und für den geneigten Leser, der in der Lage ist bis Drei zu zählen nun mein letzter Punkt: Das Konzert war kurzweilig. Es kam mir vor als hätte ich lediglich einmal geblinzelt, schon war es 21.30 Uhr und die Herren verschwanden das erste Mal von der Bühne. Laut ertönten die „Da Capo!“-Rufe daraufhin und natürlich kamen sie noch einmal für mehrere Zugaben zurück – Aber 22.00 Uhr – Nach 2 Stunden – war dann endgültig Schluss. Unglaublich schade, wie ich finde, aber nach solch einer Show sollte man sich darüber nicht beschweren, denke ich – Man wurde wirklich, wirklich, wirklich (!) entlohnt! Der Preis für das Ticket war ebenfalls in Ordnung, ich habe alles in allem also kaum einen Grund, mich zu beschweren. Längere Spielzeit wäre schöner gewesen, aber das sagt man ja nach einem gelungenen, spaßigen und mitreißenden Konzert immer! :]

Meine Weihnachtsvorbereitung geht aber weiter und dieser Bericht war nicht der letzte für dieses Jahr. Am Freitag bin ich bei ASP in Weimar, zur Akustik-Tour, und mittlerweile wächst die Vorfreude dafür stetig.

Ich bin gespannt .. Vielleicht ist es der eine oder andere Leser ebenso! ;] .. In diesem Sinne: Coppelius hilft!



Von blonden, dickbrüstigen Werwölfen und dem Vorhaben, einem Sänger die Schuhe auszuziehen – 15.10.2010: 10-jähriges Jubiläum von Saltatio Mortis in Wuppertal
19/10/2010, 17:33
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Wow. Ein Titel, der fast den Rahmen sprengt für einen Abend, der auf jeden Fall alle Rahmen gesprengt hat. Ich war die letzten Tage äußerst sprachlos in der Hinsicht und  es fiel mir schwer, die Gedanken bezüglich dieses Jubiläums auch alle zu ordnen, aber nun will ich versuchen, darüber zu schreiben und ein paar Eindrücke zu vermitteln. Es kann dem ohnehin nicht gerecht werden, denke ich ..

Zu erst einmal .. Wissen ja viele, dass ich mittlerweile eine gewisse Affinität zu den Totentänzern entwickelt habe. Wuppertal war also mein siebtes Konzert – Eine schöne Zahl, wenn man bedenkt, dass die Jungs dort mit ~2000 Gästen ihr 10-jähriges Bandbestehen gefeiert haben. Und ich kann gleich zu Anfang sagen: Ich bin kein Groupie. Vielleicht ein bisschen ein Fangirlie, aber es gibt wahrlich schlimmere .. Und ich finde, ich darf das auch – Immerhin ist diese Musik einfach nur fesselnd und mitreißend und regt zum Tanzen und Träumen an .. Genau das, was ich brauche! .. Aber zurück im Text .. Zusammen mit Katha machte ich mich um 5 hier aus Raitbach auf, damit wir mithilfe der Deutschen Bahn um 11.15 in Wuppertal ankamen. Viel zu früh, natürlich, aber wir sind ja arme Studenten und uns blieb deshalb keine andere Möglichkeit. Müdigkeit war also noch groß geschrieben, selbst als wir fast einen Anschlusszug verpassten. Naja, darüber hinweg trösteten den ganzen Tag Ohrwürmer von Saltatio Mortis, die bei mir vorrangig aus „Manus Manum Lavat“ bestanden, welches zusätzlich der erste Song war, dem ich am vergangenen Freitag gehört habe. Nach einem kurzen Bummel durch Wuppertals Innenstadt und einem Besuch in der Touristen-Info – immerhin wollte frau ja wissen, wie sie zur Historischen Stadthalle kommt – haben wir uns schließlich in einem Café eingenistet und mit Kaffee und Crêpes dafür gesorgt, dass so langsam die Aufregung steigt. Ja, richtig gelesen – Mit Bauchkribbeln und einem unglaublichen Gefühl der Freude habe zumindest ich mich später auf den Weg zur Stadthalle gemacht. Aber ich denke, dass ging Katha nicht großartig anders, immerhin erlebt man so eine Party, die zudem auf DVD festgehalten wird, nicht jeden Tag .. Naja, unser Orientierungssinn verließ uns, wir mussten nochmals nachfragen aber 16.3o war’s dann so weit: Die Türme der Konzertlocation tauchten auf. Von außen war die Stadthalle schon eindrucksvoll, von innen war sie das auch – Dazu aber später. Und um jetzt noch einmal zu untermalen, dass ich kein schlimmer Fan bin: Die ersten Leute hatten sich bereits morgens 8.oo auf den Stufen vorm Eingang eingefunden und zitterten munter vor sich her – Wo der Einlass doch erst 19.3o war.

Und dann hieß es auch sofort: Mission DVD completed. Die 3o-4o Fans, die schon da waren, wurden zusammengetrommelt und dazu aufgefordert, einen Geburtstagsgruß für die DVD zu verfassen. Da wir relativ gutes Timing an den Tag gelegt hatten, gehörten wir dazu und nach dem dritten Anlauf kam sogar ein halbwegs passables Ergebnis bei raus – Denke ich .. Genaueres hierzu folgt sicher, sobald ich stolze Besitzerin der DVD bin .. In einem halben Jahr oder so.

Nun gut, die Wartezeit von fast 3 Stunden verging relativ zügig – Immerhin unterhielt man sich mit anderen Fans, blödelte rum, trank und feierte alles schon einmal vor .. Außerdem wurden wir überrascht von Hauptmann Feuerschwanz, Prinz Hodenherz und – ich glaube, dass er es war – Sir Lanzeflott, die sich plötzlich in der Menge befanden, sich mit den Wartenden unterhielten und später nach dem Konzert auch Flyer für ihre neue CD verteilten. Dann .. Kurz vor 19.3o – es hatte mittlerweile zu regnen angefangen und die Masse der Besucher war durchaus bemerkenswert gestiegen – öffnete die Security endlich die Heiligen Pforten. Ich muss nun nur an einer Sache meckern: Die Organisation dahingehend war ein wenig blöde .. 200 Leute mit Aftershow-Karten durch einen Eingang hinein lassen und die restlichen 18oo durch den anderen ist rein theoretisch schon keine Meisterleistung. Und das bestätigte sich auch, als ich mich irgendwann ziemlich eingequetscht fühlte und man das erste Mal .. nun ja .. intensiveren Körperkontakt mit anderen Fans hatte. Gut, endlich drinnen, stürmten Katha und ich am Merch-Stand vorbei, wenngleich das Design der neuen Shirts eigentlich lockte, aber – Nein. Wir wollten noch so weit wie möglich vorn stehen und das gelang auch.

Aber selbst wenn’s nicht geklappt hätte, wär‘ das wohl kein Beinbruch gewesen, denn die Stadthalle sah nicht nur unglaublich toll aus – Nein, sie überzeugte auch mit einer wahnsinnigen Akustik. Die riesige Halle mit barocken Stilelementen war einfach ideal gewählt worden für dieses Jubiläum, aber nun hieß es ja noch einmal – 1 1/2 Stunden bis zum Beginn warten. Hätte schlimmer sein können, denke ich, denn bis auf ein Rudel Fangirlies, die nichts anderes zu erzählen hatten als ‚Alea‘ und ‚Make-Up‘ war es eigentlich ziemlich witzig und die ganze Halle stimmte sich gedanklich auf das bald folgende ein – Natürlich inklusive der beliebten „Saltatio Mortis“-Rufe, die beim ersten Mal beinah‘ Gänsehaut verströmten, denn .. Der Widerhall war einfach so gigantisch, dass ich mir schon ziemlich sicher war, dass die Akustik der Show genauso werden würde. Nunja, zusammen mit einem Pärchen – Liebe Grüße hierbei an Melina & Florian! – vertratschten wir die Wartezeit und starteten schließlich einen „Nur noch 600 Sekunden“-Countdown .. Den wir doch eine halbe Minute lang durchgehalten haben .. Außerdem gab’s von den beiden noch ’ne Runde Knicklichter für jeden .. Ergo: Solltet ihr auf der DVD von Sicht der Band aus rechts einige Handgelenkte leuchten sehen, dann sind wir das!

Gut, nach tosendem Jubel ging’s dann endlich los – Die ersten Töne von ‚Rastlos‘ erklangen und ich wurde für alles entschädigt .. Für das frühe Aufstehen um 3.2o, für gewisse Dinge die BA betreffend, für die Unbequemlichkeiten der Zugfahrt und für den ganzen persönlichen Scheiß, der mir den Anfang der letzten Woche versaut hatte. Ich liebe diesen Song einfach und das er erneut der Opener war, streute bei mir nur pure Euphorie. Und- zack – ging es los. Voller Energie und Power enterten SaMo die Bühne und waren mehr als einmal nicht wenig berührt von dem Publikum. Es war aber auch der Wahnsinn – Ein Teil von der Masse zu sein, die sich schlichtweg nicht bändigen lässt und dadurch dem einen oder anderen Spielmann sogar die Tränen in die Augen treibt .. Als emotionaler Mensch kann man darüber natürlich nicht hinwegsehen und freut sich nur umso mehr  .. Wenn ich jetzt zurückdenke, ziehen gewisse Bilder an meinem Inneren Auge vorbei – während andere Stelle komplett ausgelöscht sind. Aber es ist das erste Mal, dass ich darüber nicht traurig bin, denn während ich mich nach anderen Konzerten immer ärgere, ist’s hier ja weniger schlimm: Immerhin wird es die DVD geben. Aber ich wiederhole mich ..

Zurück zur Show .. Es war überwiegend ein Rockkonzert – Was mich anfänglich ein wenig enttäuschte, da ich die Mittelaltershows der Band liebe, aber wie ich mittlerweile erfahren habe, gab’s die dann auf der Aftershowparty. Für die ich leider keine Karten hatte. Naja – Shit happens, das andere war auch schon endgeil! Es hat scheinbar alles hingehauen, die gesamte Halle war in einer atemberaubenden Stimmung und – auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole – SaMo waren am Strahlen. Ich dadurch nicht minder .. Und das steigerte sich nur  noch mehr, als die ersten Gäste angesagt wurden! Im Vornherein war ja schon bekannt gegeben worden, wer alles mitmachen wird, aber als dann der Song ‚Daedalus‘ angesagt wurde .. Mit folgenden Gastmusikern .. Da war ich nicht wenig sprachlos: Dr. Pest von den Apokalyptischen Reitern, Victor Smolski von Rage und Frau Schmidt, Bodenski und Eric Fish von Subway to Sally. Fish übernahm hierbei die Rolle des Daedalus und zusammen mit Alea als Ikarus bot sich uns einfach eine Wahnsinnsshow. Das war nicht nur einfaches Singen, das war Darstellen und Fühlen auf ganz hohem Niveau. Mittlerweile verbinde ich mit Eric Fish zwar eine gewisse Antipathie, die ich nicht einmal richtig erklären kann, aber solange ich ihn nicht sehen muss und nur seinem Gesang lauschen darf, ist alles in Ordnung .. Er verabschiedete sich auch nach einem Song und einem Geschenk an die Band – die neue StS-DVD ‚Nackt II‘ – dann auch wieder, während die anderen Musiker für ein weiteres Lied blieben: ‚Letzte Worte‘. Der Song hat mich letztes Jahr beim MPS in Köln dermaßen geflasht gehabt, dass ich ihm bei vergangenen Konzerten mit gemischten Gefühlen entgegen geschaut habe – Aber in dieser Version, zusammen mit Piano, Cello, Geige und Drehleiher war er einfach .. nochmal Gänsehaut pur. Und dann die Art des Gesangs, diese Authentizität .. Hach .. Unbeschreiblich! .. Aber ich will gleich mit den anderen Gästen weitermachen, denn es war .. so viel Bewegendes! Eine schier greifbare Spannung lag in der Luft, als plötzlich die ersten Töne von ‚Salome‘ erklungen .. Und eine Person fehlte: Doro Pesch .. Während die vorigen Gäste angesagt worden waren, stürmte die Queen of Metal die Bühne einfach bei ihrem Einsatz und .. Wow. Diese Frau ist der Hammer! Seit ‚Wer Wind sät‘ aus meinen Lautsprechern schallt, hab‘ ich mir gewünscht, dieses Lied einmal live zu hören – Als Duett und nicht als Solo, wie es auf den bisherigen Shows der Fall gewesen war. Und ich wurde für das Warten und Bangen belohnt, denn .. Ja, ich würde fast sagen, dass der Song an diesem Abend mein absoluter Favorit ist. Alea und Doro harmonieren so wunderbar .. Ich hoffe, dass diese Stimmung auch auf dem Silberling deutlich wird .. Nun fehlen noch drei weitere Gäste: Cordoban der Verspielte und Thoron Trommelfeuer – zwei ehemalige Mitglieder von Saltatio Mortis, die bei dem traditionell französischen Song ‚Dessous le pont de Nantes‘ mit ihren Marktinstrumenten für noch mehr Stimmung sorgten und schließlich Johanna von der Vögelweide von Feuerschwanz, die die Band bei „Wir säen den Wind“ mit ihrer Geige unterstütze .. Auch hier wurde wieder eine Freude auf der Bühne ausgestrahlt, die einfach nur fesselnd ist und so viel Lust auf mehr macht .. Die Lebensweise, von der gesungen wird, ist wirklich erstrebenswert ..

Aber das Jubiläum begeisterte nicht nur durch die Gäste und die Professionalität der Band – Sondern auch durch gewisse ‚typische‘ Sachen, die einfach dazugehören. So packten Lasterbalk und Alea wie immer einige Kalauer in ihren Ansagen aus, die trotzdem teilweise sehr .. merkwürdig waren. Ich denke nur an die von ‚Varulfen‘, als Alea den Werwölfen Eigenschaften zuschrieb, die man jetzt im ersten Moment nicht unbedingt von diesen Wesen erwartet. Etwas zu kurz gekommen ist mir wie gesagt der Mittelalterteil – Aber immerhin spielten sie neben ‚Dessous le pont de Nantes‘ auch ‚Le Corsaire‘ und ‚La Jument de Michao‘. Meiner Meinung nach zwei der Meisterwerke von SaMo, da sie live einfach nur .. abgehen. Punkt.  .. Dann gab es natürlich auch den traditionellen Texthänger – Bei ‚Sieben Raben‘, also bereits bei den Zugaben, sang Alea plötzlich nicht weiter, sondern schaute nur ganz verdutzt ins Publikum, das dies für ihn übernahm – Tja. Es wäre ja auch doof gewesen ohne dieses kleine Malheur. Und als letzters sei noch das Croudsurfen bei ‚Falsche Freunde‘ erwähnt, was ich nun auch schon zum dritten Mal miterlebt habe. Und dennoch heißt es immer wieder: Respekt, Alea! Während er nämlich von den Fans durch die Halle getragen wird, singt er das Lied – Und zwar ohne sich etwas anmerken zu lassen. Diese Körperbeherrschung ist bemerkenswert und hat der Party noch einmal das i-Tüpfelchen aufgemalt!

Also .. Ich war begeistert. Nein, falsch – Ich bin begeistert. Hellauf begeistert! Ich bin so froh, dass ich dorthin gefahren bin, um das erleben zu dürfen .. Eine derartige Atmosphäre ist mir bisher noch nicht untergekommen und ich glaube, dass so schnell nichts dort heranreicht. Nein.. Da bin ich mir sogar ziemlich sicher, weil es einfach so viel Sympathie, Freude, Euphorie, Emotionalität und Spaß war, wie man sie sicher nur selten erlebt – Zumindest nicht auf normalen Konzerten oder Festivals. Und selbst andere Feierlichkeiten zu runden Bandgeburtstagen – Ich weiß nicht, ob eine andere Band so süß mit geöffneten Mündern in die Menge starren kann, wenn 2ooo Leute endlich – endlich! – ungestört dazu kommen aus tiefstem Herzen ‚Happy Birthday‘ zu gröhlen. Ich jedenfalls freue mich, ein Teil dieser Menge zu sein und kann dabei auch darüber hinweg sehen, dass manche Fans wirklich einen gehörigen Sockenschuss haben – Aber das gehört hier jetzt nicht hin, denn es hat das Konzert letztlich ja doch nicht beeinträchtigt.

Nun heißt’s .. Warten auf die DVD .. Und in diesem Sinne: Habt Dank, Saltatio Mortis, für diesen fantastischen Abend, den sicher keiner von euren Fans so schnell vergessen wird. Ich zumindest nicht, denn die fast 3 Stunden Konzert waren bezeichnend.