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Ich werd’ schon wieder nachlässig, verdammtnocheins! Dabei hat gerade das letzte Festival für mich in diesem Jahr Erwähnung verdient – Eben weil es das letzte war. Und es war toll! Ich will auch gar nicht so viel schreiben [Edit: Ich sollte mir die Sache mit "nicht so viel schreiben" wohl nicht mehr vornehmen ..], sondern viel mehr ein paar Fotos der Bands zeigen, denn Danny hat fleißig für mich fotografiert!
Nur ein paar Kleinigkeiten: Ausnahmsweise habe ich dieses Mal auf’s Zelten verzichtet, denn mal davon abgesehen, dass die Wetterprognose besch..eiden war, sind es von Holzkirchen auch nur gute zwei Stunden mit dem Auto bis nach Neuhaus an der Pegnitz, wo die Burg Veldenstein zu finden ist. Und mit einer Münchner Fahrgemeinschaft ist das Ganze noch unproblematischer – Wenngleich das Wetter letztlich doch mit Sonnenschein glänzte! Ein dickes Danke an dieser Stelle gleich nochmal an Danny für’s Fahren und Respekt für’s Durchhalten – Ich war nach meiner halben Stunde nach Hoki zurück schon völlig am Ende .. Das Veldensteiner Festival zeichnet sich für mich vor allem dadurch aus, dass es kleiner ist als das Feuertanz – Und zudem weniger mittelalterlastig. Nicht mal unbedingt wegen der Musik, sondern vor allem durch die Besucher. Ich hatte dieses Jahr wieder den Eindruck, als würde man mehr Gothics als Gewandeten begegnen – Was der Festivalstimmung jedoch überhaupt nicht schadet! Mit 45 Euro mag es manchem Besucher recht teuer erscheinen, doch wenn man in den Genuss von 6 (je nach Geschmack mehr oder weniger) guten Bands kommt, die nicht nur 40 Minuten spielen, dann ist der Preis durchaus akzeptabel (Kleine Anmerkung: Jede Band hat 75 Minuten, der Headliner spielt dann sogar 2 Stunden!). Schließlich kann man hier kostenlos auf den Burgturm hoch, hat einen kleinen aber feinen Mittelaltermarkt – mit Händlern, die man irgendwann einfach kennt, weil sie auf vielen fränkischen Festen sind – und es gibt Stoffbändchen! Vernünftige Stoffbändchen! – Sieht man von der Farbe einmal ab, denn ich bin der Ansicht, dass so ein Himmelblau nicht unbedingt für’s Zehnjährige passend ist. Einen weiteren kleinen Kritikpunkt hab ich außerdem: Die Shirts! Der Rückenaufdruck gleicht stylistisch exakt dem vom Vorjahr und auch das Motiv vorn erinnert stark an das Letztjährige. Grundsätzlich mag ich die Idee mit der Burg und dem Raben, jedoch könnte man da meiner Meinung nach ruhig ein wenig mehr Kreativität zeigen, sodass man nicht ernsthaft auf’s Jahresdatum schauen muss, um die Shirts auseinanderhalten zu können. Deshalb gab’s dieses Jahr auch keins davon – Was meinem Geldbeutel ja eigentlich erst mal gut getan hat. Nun. Wären die Merchandise-Stände nicht gewesen.. Die haben nämlich im Vergleich zu denen am Rockharz mächtig zum Kaufen eingeladen!
Die Preise der Lebensmittel waren auch in Ordnung – Ich hab mich mit Carina einmal quer über den Markt gefuttert und das, was wir bezahlt haben, war noch im Rahmen. Lediglich den Met fand ich etwas überteuert – Und ich war enttäuscht, dass man angepriesenen Kirschmet vor meinen Augen mixte! Der gute Herr griff doch tatsächlich zum normalen Met und füllte den Becher anschließend mit Billig-Kirschsaft auf.. Lecker war’s, aber repräsentativ ist anders.
Und wo ich grad gedanklich den Satz “Ansonsten war’s prima organisiert!” formuliert habe, fällt mir noch ein weiterer Kritikpunkt ein: Die Parkplätze. Wir hatten enorm Glück, dass wir gegen 13.oo noch einen vernünftigen Platz bekommen haben. Die Leute, die nach uns kamen, mussten bereits gequetscht und umgeleitet werden, was ich unmöglich finde. Das sind letztlich ganz einfache Kalkulationen, die weder beim Feuertanz noch beim Veldensteiner richtig zu funktionieren scheinen: Wenn ich sounso viele Karten verkaufe, dann werden im Worst Case soundso viele Autos kommen – Im Best Case soundso viele/4 Autos .. Da einen Mittelwert zu finden, der alle glücklich macht und die Ordner freundlich lächeln lässt, sollte nicht so schwer sein. Freundlicher war dagegen ohnehin diesmal die Security, die an dieser Stelle auf jeden Fall noch erwähnt werden soll! Nicht nur, dass sie den Geburtstagskuchen verteilten und geduldig die Crowdsurfer von der Menge pflückten: Nein, sie halfen auch den Miezen von Feuerschwanz, die Schläuche der Metmaschine so zu legen, dass möglichst viele einen Schluck Met bekamen. Das war einsame Spitze! Derartiger Freundlichkeit begegnet man auch nur in Ausnahmefällen, was sogar der Hauptmann von Feuerschwanz anmerkte! Und da ich schon dabei bin – Nun zu den Bands (von denen ich bis auf Nachtgeschrei alle gesehen habe):
The Sandsacks
Oh ye’ll take the high road and I’ll take the low road,
And I’ll be in Scotland afore ye!
But me and my true love will never meet again
On the bonnie, bonnie banks of Loch Lomond
Irischer Folk vom Feinsten! The Sandsacks haben gleich zu Anfang gespielt und einen furiosen Start hingelegt! Die Menge wurde zum Tanzen und Mitmachen animiert – Sehr erfolgreich, wie ich beobachten konnte, denn während sie spielten, waren wir mit Biertrinken beschäftigt. Frevelhaft, ich weiß, aber so lässt sich die Stimmung auch mal auf andere Art und Weise einfangen! Die Jungs haben viele bekannte irische Songs in ihrem Repertoire, die mir dank Fiddler’s Green schon im Ohr waren – Was mich hin und wieder fast zu einem Vergleich verführen wollte. The Sandsacks sind jedoch ‘nur’ zu Viert und wirken noch einen Hauch traditioneller, natürlicher als Fiddler’s. Sie scheinen für mich nicht so stark partyorientiert und rocklastig, was ich aber gut finde. Und die Stimmung war dennoch super!
Feuerschwanz
Die Frauen tanzen
Und bleiben frisch,
Saufen den Haufen
Grandios unter den Tisch!
Ein weiteres Mal Feuerschwanz innerhalb von zwei Wochen! Und ich muss leider sagen, dass der Partyfaktor nicht so hoch war wie beim Rockharz. Das lag aber keineswegs an der Band sondern viel mehr am Publikum. Ich weiß nicht warum, aber irgendwie schien es skeptisch – Obwohl die Feuerschwänze auf Veldenstein nicht unbekannt sind. Der Hauptmann und der Prinz haben mehrfach vergeblich versucht, die Masse zu animieren. Zwar hat das Mittanzen beim Pest-Lied gut geklappt und auch einen kleinen Lindwurm gab’s, aber Begeisterung sieht doch anders aus. Vielleicht seh ich das aber auch nur so, weil ich eben noch das Rockharz vor Augen habe und da war ja nun wirklich alles in Bewegung! ..
Die Band jedenfalls war gut drauf – Und hat sich von kleinen technischen Schnitzern nicht behindern lassen. Aber einige Menschen vom Sound müssen echt Anfänger gewesen sein, denn auch danach bei Eluveitie gabs einige Probleme.. Wie auch immer .. Der Auftritt hat Spaß gemacht, sie haben zwar “Latte” wieder nicht gespielt, aber “Wir lieben Dudelsack” kommt live einfach so geil – Das muss man erlebt haben! Außerdem habe ich jetzt ganz viele tolle Fotos von Feuerschwanz, wie man an der kleinen Auswahl sehen kann!
Eluveitie
I haunt your fears
Though you don’t know of my duty
To lead your path
Because I’ll take you home to rest
In my black wings, enfolding you
Weiter ging’s mit meinem persönlichen Highlight – Eluveitie. Bei denen das ‘u’ wirklich nicht mitgesprochen wird und genau diese Tatsache ist der einzige Mecker-Punkt, den ich für Donar von Rabenschrey, der wieder moderiert hat, habe. Von einem guten Entertainer erwarte ich, dass er auch dazu in der Lage ist, die Bandnamen richtig auszusprechen! Aber nun weiter im Text: Auf die Schweizer hab ich mich am meisten gefreut gehabt und sie haben mich nicht enttäuscht! Nachdem ich sie letztes Jahr auf dem Feuertanz Festival zum ersten Mal gesehen habe, haben Eluveitie mein Herz quasi im Sturm erobert! Und so kann ich nur sagen, dass ich immer noch hin und weg bin .. Ignoriert man die technischen Probleme und leider auch die Tatsache, dass Anna wegen einer Sehnenscheidentzündung keine Drehleier spielen konnte, war es für mich eine perfekte Mischung der Lieder. Von Klassikern wie “Inis Mona” und “Slania’s Song” – Für den Anna dem Publikum den Refrain vor diktierte .. Sehr schöne Aktion! – ging’s weiter in den folklastigeren Teil mit “Omnos” – Und alles wurde eingerahmt von einer ordentlichen Portion auf die Ohren, beispielsweise durch ” (Do)Minion” und “Your Gaulish War”. Da wurde die Nackenmuskulatur gehörig in Anspruch genommen! Eluveitie gehören mittlerweile unumstößlich zu meinen Lieblingen – Nicht zuletzt, weil .. sie auch ahnsehnlich sind :D ..Was wiederum kein Kriterium wäre, wenn ihre Musik schlecht wäre – was sie ja glücklicherweise nicht ist. Jedenfalls gab’s hier auch ‘nen Circle Pit, ‘ne Wall Of Death und jede Menge Gegröhle über die gälische Welt – Dinge, die vielleicht manch anderem Festivalbesucher übel aufgestoßen haben. ‘Zu viel Metal!’ kann man da brüllen, aber genau diese Mischung macht letztlich den Charme des Veldensteiner Festivals aus. Man hat die Möglichkeit, Bandkombinationen zu sehen, die sonst nur Wunschträume bleiben würden – Das find ich so großartig. Und Eluveitie haben das auf’s Neue untermauert!
Letzte Instanz
Wir sind allein über Millionen Sternen ..
Wenn wir zusammen scheinen, können wir die Welt erhellen!
Sind wir auch klein, sieht man uns doch von Ferne,
Wenn wir zusammen scheinen durch’s dunkle Tor der Welt!
Als nächstes folgte die Letzte Instanz und dieses Mal hatte ich auch vor, das Konzert definitiv bis zum Ende zu verfolgen! Und es hat sich gelohnt! Die Stimmung war ausgelassen, die Band war gut gelaunt und es war eine einzige Party! Schade nur, dass Holly sich zwei, drei kleine Schnitzer geleistet hat, von dem zumindest einer dafür gesorgt hat, dass er auf der Sympathieskala sank. Es war ja noch witzig, als er seinen Mikroständer umkippte, aber als er dann den Tod von Amy Winehouse äußerst uncharmant in einem Nebensatz bei der Ansage zu “Mein Todestag” erwähnte, hab ich doch nicht schlecht geguckt. Man kann ja über die Britin sagen was man will, aber das war schlicht respektlos und Holly gehört ehrlich zu den letzten, denen ich solch eine Aussage zugetraut hätte. Im ersten Moment dachte ich noch, dass das ein (schlechter) Scherz sei – Aber am Mittag des 23. Juli ist die Nachricht ihres Todes tatsächlich verbreitet worden. Das war also wirklich unpassend .. Ansonsten jedoch gibt es nicht viel zu mäkeln für mich. Ich bin immer noch der Meinung, dass die alten Instanzlieder wie das angesprochene “Mein Todestag” und “Rapunzel” in den Versionen vom vorigen Sänger wesentlich schöner sind, da Hollys Stimme einfach ein ganz anderes Kaliber ist, aber ansonsten war die Set List gut gewählt! Hier und da waren mir einige Lieder nicht so vertraut, aber dieser gelungene Auftritt hat dafür gesorgt, dass ich wieder ein wenig häufiger die Instanz im Player drin hab. Sie ist auf jeden Fall eine Liveband, die lächelnd und lachend mit ihren Fans feiert und es hat so Spaß gemacht – Insbesondere, wenn die beiden Streicher wieder in unsere Richtung grinsten und grienten .. Schön sowas!
Subway to Sally
Ein Boot aus Fleisch treibt auf dem Meer,
aus blanken Knochen ist der Mast gemacht.
Im Rippengitter unter Deck,
da schlägt ein Herz mit einem Leck
im Takt der Wellen, Tag und Nacht..
Der eigentliche Plan bestand darin, sich Subway to Sally nicht zwangsläufig anzuschauen. Die Band hat eher mit Antipathie geglänzt, zumindest war das mein Eindruck in den vergangenen Monaten. Letztlich bereue ich es aber keineswegs, dass wir uns nach einer Trinkpause doch noch dazu entschlossen haben, dem Auftritt beizuwohnen! Das einzige Problem war, dass wir erst nach dem 2. oder 3. Song wieder gen Bühne aufgebrochen sind, was zur Folge hatte, dass Lu fast gar nichts sah .. Es ist enorm schwierig gewesen, an einigen Leuten vorbeizukommen, obwohl vor ihnen noch ausreichend Platz wär ein paar Personen wäre! Das verstehe wer will .. Naja, wir haben uns durchgeboxt und ich hab dann auch von Ferne einen Blick auf das Bühnenspektakel erhaschen können! Und .. Wahrlich – Es war ein Spektakel! Subway to Sally geizt definitiv nicht mit Pyroeffekten, die sich in Feuerfontänen, Rauchsäulen und Fackeln äußerten und ordentlich was hergemacht haben. Für das Festival waren sie auf jeden Fall ein würdiger Headliner! Es gab keine Probleme, Eric Fish klang auch bis nach hinten sauber und nur die Bassdrum war mir persönlich an einigen Stellen zu dominant – aber das sind Kleinigkeiten, die kaum ins Gewicht fallen. Der Herr Fish war sogar so großzügig und hat seine schweißnasse Weste einem Fan geschenkt – Eine tolle Geste! Er musste es sich zwar in einem modifizierten Circle Pit erprügeln, aber es gab letztlich einen Gewinner .. Das waren jedoch auch alle anderen, die diese Show gesehen haben, denn sie war wirklich gut.
Was mich gedanklich zu der Frage führt, warum Subway eigentlich so verschrien sind. Liegt es wirklich an der unsympathischen Art, die manchmal durchschimmert? Ich habe sie jetzt 3x live gesehen und bisher war kein einziger schlechter Auftritt dabei. Hatte ich immer Glück? .. Mir ist das grad ein ehrliches Rätsel, denn sie geben aus meiner Sicht wenige Gründe, sie übermäßig schlecht zu finden. Mal schauen, in welchen Lineups sie dann nächstes Jahr wieder auftauchen..
Das Veldensteiner Festival war also ein schöner Abschluss meines Festivaljahres 2011 und ich will in diesem Sinne gleich nochmal all jene grüßen, die so toll mitgefeiert haben! Ich bin gespannt, ob ich es dies Jahr noch auf ein Konzert schaffe, aber Kanada sei Dank bin ich skeptisch – Deshalb werde ich mir wohl etwas anderes einfallen lassen, um diesen Blog nicht einstauben zu lassen .. Vorschläge? ;)
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Über eine Woche ist das Rockharz nun schon her, aber ich will es nicht verpassen, darüber zu schreiben. Das Festival hat vom Spaßfaktor so einiges getoppt und deshalb gehört es auf jeden Fall erwähnt!
Los ging es am Mittwoch mit der obligatorischen „Fuuuuuck, ich habe meinen Zug verpasst!“-SMS von Moon, der wieder mein Beifahrer werden sollte. Einmal schön an der Nase herumgeführt – Ich hatte schon zu viele Festivals, als das ich darauf noch reinfalle!
– starteten wir dann auch pünktlich – aber ohne Bierfässer .. Sowas scheint es in Bayern nicht einmal in einem Getränkehandel zu geben – aus Hoki und machten uns auf die Strümpfe Richtung Harz. Ein Zwischenstop in Nürnberg musste noch sein, da ich Held meinen Campingstuhl nach dem Feuertanz vergessen hatte, aber die Pause nutzten wir gleich noch zum Support von Steve K., seines Zeichens Erfinder von Allimania und Sprecher von Horst – Sowie Gewinner der letzten McDonald’s Aktion, was uns einen äußerst leckeren Burger einbrachte! Zu jedem, der den Just Stevinho verpasst hat, kann ich nur eines sagen: Äääätsch!
Im Auto lief derweil eine unterhaltsame Rock-Compilation, die von Blind Guardians Coverversion von „Barbara Ann“ bis hin zu diversen Sonata Arctica-Klassikern reichte und so erreichten wir irgendwann gegen 17.oo Ballenstedt. Ich sollte wohl erwähnen, dass ich als Treffpunkt den Aldi rausgesucht hatte – Nur um dann selbst diese dämliche Filiale nicht zu finden.. Das war der erste Fail des Tages – Der zweite folgte, als ich vergeblich auf mein Navi hörte, das uns im Konvoi zum Flugplatz bringen sollte und dabei sehr interessante Schotterwege wählte .. Zu meiner Verteidigung lässt sich jedoch sagen, dass wir nicht die einzigen waren, die das Ballenstedt’sche Hinterland betreten durften. Und außerdem war nicht ich diejenige, die ihr Auto rückwärts mit zu viel Schwung gegen einen Kleidcontainer gesetzt hat!
Achja .. Ich sollte vielleicht noch erwähnen, dass das Wetter bombastisch war! Zumindest von den Temperaturen her, aber wer mich kennt, weiß, dass das nicht so bleiben kann. Und da die Sonnenfee einen etwas trägen Start hatte, fing es auch in der Nacht noch gehörig zu stürmen an.
Nun gut .. Den Flugplatz haben wir schließlich doch noch gefunden und nach ein wenig Chaos, weil mein Kopf schlicht und ergreifend wirr war, haben wir auch endlich geparkt! Unweit der Dixis, im Licht eines Scheinwerfers und doch relativ weit weg von den Bühnen, wenn man den Campground im Gesamten betrachtete – Das fiel jedoch kaum auf und der Weg war wirklich mehr als erträglich! Die Herren der Schöpfung haben sich sodann auf ein Sofa geworfen und das erste Bierchen geöffnet, während es an Bea und mir war, den Pavilion aufzubauen .. Das nennt man Arbeitsteilung, nicht wahr?
Da sich ein stabiles Stahlding jedoch nur schwer mit 4 Händen aufbauen lässt, stand es dann auch irgendwann, als alle mit angepackt hatten und am Ende war‘s eine ziemlich gemütliche Runde! Mit Sofa! Das war der geilste Komfort überhaupt! Wie jedoch erwähnt fing es irgendwann gehörig das Stürmen und Regnen an, was zur Folge hatte, dass wir uns zum Teil in den Bus verzogen – Denn ja, wir hatten auch so einen kleinen Wohnmobilbus! Zumindest hatte Jonas den, aber Pussies, die wir sind, will man dann halt doch mal im gemütlich Trockenen sitzen. Derweil regnete es munter in das orangefarbene Grazienzelt, das ich extra noch für Sonnenfee & Wetterhexe gekauft hatte .. Was bedeutete, dass unsere Camppläne des Nachts über den Haufen geworfen wurden und wir uns auf die restlichen Zelte verteilten. Bea infiltrierte das Pärchenzelt, während ich meinen üblichen Platz beim Brüderchen wieder einnahm – Wär‘ ja aber auch tragisch, das Himmelbett und den Whirlpool ungenutzt zu lassen!
So verging der erste Abend mit langem Plauern, das durchaus mal wieder nötig war und einem prototyphaften Revival des Rockharz‘ 2009 und die Warm-Up-Bands haben wir gar nicht gebraucht. Obwohl die zum Teil recht gut gewesen sein sollen ..
Viel zu früh wurde ich dann am nächsten Morgen geweckt, weil jemand der Meinung war, nun unbedingt seine Luftmatratze aufpusten zu müssen *g* Aber hey! Es war immerhin der erste wirklich Festivaltag und den will man dann wirklich nicht verschlafen! Das Wetter war eher so lala, aber es hielt sich zumindest den Tag über! Den meisten Bands konnten wir also im Trockenen lauschen und den Rest hab ich mir aufgrund des Regens am Abend schlicht entgehen lassen. Aber eins nach dem anderen:
- Donnerstag -
Sons of Seasons
Es hatte einen ganz besonderen Grund, dass ich Sons of Seasons sehen wollte, obwohl ich mir von denen nur einige Sachen bei YouTube angeschaut hatte: Sie sind das Solo-Projekt des Keyboarders von Kamelot! Somit versprachen sie guten Power/Symphonic Metal und das hielten sie ein! Es ist ja immer schwierig, schon am Mittag oder frühen Nachmittag zu spielen, aber ich hatte das Gefühl, dass die trotzdem ganz gut Stimmung gemacht haben! Sie waren auf jeden Fall ein gelungener Einstieg ins Rockharz und somit meine Art ‚Warm-Up‘. Außerdem ist die Stimme des Sängers großartig!
[Cripper]
Cripper hab ich mir 2009 schon nicht angeschaut und während wir so über das Festivalgelände schlenderte, erfuhr ich auch wieder genau warum. Grundsätzlich hab ich nichts gegen Thrash Metal – Es gibt da mit Slayer und Trivium Bands des Genres, die ich durchaus gerne höre – aber diese Sängerin war einfach nur .. heavy! Ja, richtig! Bei Cripper versucht auch ein Weiblein mit gutturalem Gesang zu überzeugen und ich bin immer noch der Ansicht, dass es kaum etwas Schlimmeres gibt. Wer das mag – Okay, aber mich hat das gar nicht angesprochen und ich fand’s schon vom Weiten einfach nur störend.
[The New Black]
The New Black sollten wie Volbeat klingen – Zumindest hab ich noch so im Ohr, wie das irgendjemand behauptet hat. Teilweise wies die Stimme des Sängers tatsächlich minimale Parallelen auf, aber ich denke es sagt genug über den Auftritt, wenn ich mich schon am heutigen Tage nicht mehr genau daran erinnern kann. Vom Hocker gehauen haben sie mich nicht, aber im Vorbeigehen war es ganz angenehm.
Stratovarius
He flies through the rainbow
Into a new world and finds the sun
Spreading his wings above all the sorrows
Ganz anders verhielt es sich da mit Stratovarius! Die waren die einzige Band des Donnerstags, die mir wirklich etwas sagte – einmal abgesehen von Frei.Wild aber das steht auf einem anderen Papier – und deshalb waren die Pflicht. Und es hat sich seeeehr gelohnt! Die Band war unheimlich sympathisch und ab dem ersten Moment, als sie die Bühne betraten, herrschte gute Stimmung. Sie konnten die Masse motivieren und Timo Kotipelto stellte interessante Dinge mit seinem Mikrofon an! Das war leider wieder so eine Kleinigkeit, die mir von Anfang an total ins Auge gestochen war und deshalb immer auf’s Neue den Blick fesselte. Zur Liedauswahl von Strato kann ich aufgrund mangelnden Wissens kaum etwas sagen. Nur so viel: Einige Songs wie Eagleheart kamen mir dann doch bekannt vor! Die Finnen sind eine Band, für die ich auf jeden Fall auch Geld für ein Tourkonzert ausgeben würde, denn sie haben die Nackenmuskulatur ordentlich beansprucht!
Nach Stratovarius ging’s zurück zum Zelt und das war angesichts des aufziehenden Unwetters auch nicht die schlechteste Entscheidung. Deshalb sind mir vor allem Amorphis entgangen, was ich ein wenig bereue, denn die haben die Jungs begeistert und ich vermute, dass sie mir auch gefallen hätten. Neben diesen habe ich mir auch Frei.Wild, Hypocrisy und früher am Tag beispielsweise Neaera und Fozzy nicht angeschaut, aber das war nicht mehr unbedingt nötig. Freitag und Samstag folgten noch genug musikalische Leckerbissen und damit die drei Tage auch prächtig durchgehalten werden, sollte man es ja bekanntlich langsam angehen lassen. Und das gilt nicht nur für den Konsum von Alkohol.
Wenn man auf einem Festival seinen Wecker stellen muss, dann macht man etwas falsch. Oder man will auf Gedeih und Verderb vermeiden, dass man seine Lieblingsband verpasst. Beides traf bei mir nicht zu – Es war viel mehr die Aussicht auf eine Dusche und die Pflicht, schnell nach Hause zu müssen. Aber so ein Reisepass will ja auch irgendwann beantragt werden, wenn man schon die Chance auf ein Auslandssemester hat. Der kurze Trip in die Oberharzer Heimat hatte dann leider auch zur Folge, dass ich Vogelfrey verpasst habe. Ebenso Stahlmann, aber vor 12 ist es schlicht noch zu früh für die Bühne. Angesichts der Tatsache, dass ich sauber war und mich wieder riechen konnte, konnte ich darüber aber schnell hinwegsehen und der Freitag ging chillig weiter. Der Himmel klarte auf und während man am Morgen noch in den Genuss kam, zu beobachten, wie viele Pavilions es in der Nacht zuvor zerhauen hat (Es ist keine Lüge, wenn ich von 30-40% rede), schien ab dem frühen Nachmittag wunderbar die Sonne! Ein Teil des diesjährigen Festivalrudels machte sich dann irgendwann auf zu We Butter The Bread With Butter, aber wer schon so einen dämlichen Bandnamen hat, kann nicht mit viel Aufmerksamkeit meinerseits rechnen. Ich schleppte Bea erst danach zum Festivalgelände und der Freitag begann genauso furios, wie er dann spätnachts endete.
- Freitag -
Powerwolf
Why do you think believer
God gave you carnal lust
So pray to get a hard on
Before we turn to dust
Wieder fing es an mit Power Metal und es war der absolute Wahnsinn! Ich hab zwar ein wenig blöd geschaut, als ich die angemalten Gestalten gesehen habe, aber das hat letztlich doch prima gepasst. Powerwolf hatten auch ein ziemlich schickes Bühnenbild: Das Cover ihres neusten Albums zieren drei Werwölfe in Priesterroben und genau jene Lykanthropen starrten uns auch von der Bühne entgegen. Hinzu kamen Verschleierungen der Instrumente mit schwarzen Stoffen, sodass es dahingehend einiges zu entdecken gab, wenn man Wert darauf legt. Die Songauswahl war auch super: Von jedem Album war was dabei gewesen, sodass man fleißig mitspringen, -bangen und –singen konnte. Ich denke das neuste Werk werd‘ ich mir nun auch zulegen – Überzeugen konnten Powerwolf mich allemal, grad weil der Sänger auch optisch einiges her macht .. Zumindest im Gesamtbild der Band! Außerdem war er zu einigen witzigen Sachen aufgelegt und hat sich auch von einer auf die Bühne fliegenden Schwimmnudel nicht aus der Fassung bringen lassen. Im Gegenteil! Letztlich lieferten Powerwolf auch unseren Festivalhit schlechthin: „Resurrection by Erection“..
[Caliban]
Auf feinsten Power Metal folgte knallharter Metalcore – Den ich mir mit Freunden entgehen ließ. Die Sonne knallte vom Himmel herab und wir haben dem Auftritt von Caliban nur gelauscht, während wir uns auf die Wiesenfläche des Festivalgeländes gelümmelt haben. Ich kann nur sagen, dass ich die unheimlich schlecht abgemischt fand – Aber da waren die leider nicht die letzten bei diesem Rockharz. Auf Platte zum Abreagieren sind die vielleicht ganz cool, aber als Pause zum Nichts-Tun ebenso.
[End of Green]
End of Green hab ich auch nur gehört, da nach denen Saltatio Mortis spielten und für die wollte ich in die erste Reihe. Ergo hat man sie von der Nebenbühne aus nur merkwürdig gehört, aber kaum gesehen. Die Konzentration lag ohnehin beim Aufbau von SaMo, aber was ich so mitbekommen habe, fand ich nicht schlecht. Vielleicht spielen sie ein andermal günstiger.
Saltatio Mortis
Die Nacht gemeinsam mit dir zechen
Doch mit gespaltner Zunge sprechen
Deine Hand in Freundschaft suchen
Doch hinter deinem Rücken fluchen
Mein vorläufiges Highlight waren – na klar! – SaMo! Erfolgreich in die erste Reihe gekämpft, hatte ich sogar von der Mitte aus einen guten Blick auf die gesamte Band und .. auch die Security, die nach den ersten paar Songs kräftig ins Schwitzen kam. Sind bei Powerwolf schon ein paar Leute über uns gesurft, so merkt man die Masse doch erst, wenn man ganz vorn steht. Und ich kann sagen: Es waren einige! Von hinten also drückten die Leute oder kamen gesurft, während direkt vor meiner Nase der eine oder andere Security-Mensch Bekanntschaft mit meiner Hand gemacht hat. Aber warum soll man sich vom Feiern ablenken lassen, nur weil einer da ziemlich unsanft einen betrunkenen Mitfestival’er herunter pflückt? Wie auch immer .. Die Spielleute waren sehr gut aufgelegt und haben die Bude ordentlich zum Kochen gebracht – Dabei fleißig unterstützt von der gnadenlos herabscheinenden Sonne. Es ging mal wieder los mit „Rastlos“ und auch ansonsten hatte das Set nicht viel Neues seit dem Feuertanz zu bieten – Aber das kann man nicht erwarten. Wer so viele Shows spielt, kann sich wahrscheinlich nur wenige Specials erlauben, einfach weil die Zeit gar nichts anderes zulässt. Was jedoch gefehlt hat, waren Balladen à la „Letzte Worte“ und das war um diese Uhrzeit auch gut so. Dafür haben sie „Eulenspiegel“ wieder gespielt und mittlerweile freu ich mich noch mehr auf das neue Album! Hoffentlich hält es, was es verspricht! Wie ausführlich der Zusammenstoß bei „Wir säen den Wind“ war, kann ich nicht sagen, weil ich das nicht gesehen habe, aber dafür entging nicht, dass „Falsche Freunde“ ein wenig länger dauerte .. Irgendwie wollten die Leute Alea gar nicht mehr zurück zur Bühne lassen! Geil war’s allemal und es wäre ein Euphemismus, wenn ich meinen Mund nach dem Konzert als Wüste bezeichnen würde. Zum Glück hab ich dies mal eine der Wasserflaschen gefangen .. *g* Das war also das letzte Saltatio Mortis-Konzert für mich in diesem Jahr und ich denke, dass ich’s doch gebührend gefeiert habe!
[Tarja]
Wir hatten schon vorher ausgemacht, dass wir uns Tarja nur vom Metstand aus anschauen und das wurde auch umgesetzt. 2-3 Songs haben dann aber auch gereicht.. Ich mochte sie bei Nightwish, ich denke, dass ihre Stimme ein Segen ist, aber es hat mich an diesem Tag trotzdem irgendwie nicht angemacht. Ihr Soloprojekt hat mich noch nie wirklich interessiert und ich weiß nicht, ob sich das ändern wird. Vielleicht bin ich auch einfach zu verbohrt, aber es gibt deutlich bessere Acts!
Hammerfall
Follow the signs of the Crimson Thunder
We will stay by your side
Let our voices be there to guide you
Der Headliner des ersten Abends war eine weitere Power Metal-Band .. Und nicht irgendeine! Hammerfall gab sich die Ehre und grundsätzlich war ich auch begeistert! Kritikpunkt gibt’s hier aber auch .. Die Lichtshow war super und die Menge ging ordentlich ab – Jedoch war es mir persönlich einfach zu laut. Natürlich ist das ein Metalfestival und natürlich muss Metal ordentlich in den Ohren knallen, aber doch nicht SO ordentlich! Clever wie ich bin, hatte ich immerhin an Ohrenstöpsel gedacht und das war quasi meine Heldentat des Tages. Die Schweden lieferten also eine Solide Show ab, während über uns ein Surfer nach dem anderen entlanggetragen wurde – Leider! Denn der Depp hinter uns war ziemlich klein und dazu noch unkollegial, sodass Bea und ich einen Crowdsurfer unschön mit den Schultern abfingen, bevor man ihn weitergeben könnte .. Doof, wenn man sich davon die Stimmung vermiesen lässt, aber die Lautstärke machte mich doch zusätzlich fertig und deshalb haben wir uns das Ende des Auftritts auch von hinten angeschaut. Hat gereicht, bleibt als würdiger Headliner in Erinnerung, gerne wieder.
[Eisregen]
Umstrittener Act zwischen Hammerfall und Fiddler’s Green, aber genau deshalb die Möglichkeit, mal kurz durchzuschnaufen, waren Eisregen. Aus Brüderchens Erzählungen wusste ich ja schon, dass die speziell sind und das hat sich auch bestätigt, bei den zwei letzten Songs, die ich von denen gesehen habe. Radikal ist glaub ich noch untertrieben und ich weiß jetzt auch, warum die so umstritten sind. An der Stelle in der Running Order fällt mir auch im Nachhinein nur eines ein: Nein Danke!
Fiddler’s Green
At the dead of night we are drinking here and make the sun rise again
So here’s to you, to my good old friends, I raise my glass to them
Irgendwie war ich der Meinung, dass es nach Powerwolf und SaMo kaum noch geiler werden könnte. Klar wusste ich, dass Fiddler’s Green noch spielen, aber es war auch nun mal schon späte 1 Uhr und das demotivierte – Zumindest die ersten Sekundenbruchteile! Jetzt kann ich sagen: Scheiße, war das geil! Das war definitiv die fetteste Party des gesamten Rockharz‘ und der Flugplatz hat gebebt! Jeder, der das verpasst hat, weil er schon komatös im Zelt lag, ist selbst schuld! Hab ich vorher noch gefroren, war ich nun froh, dass ich mein Top noch anbehalten hatte, denn es wurde heiß! Die Jungs von Fiddler’s haben alles rausgeballert, was die Masse nochmal richtig zum Tanzen und Springen bringt und jeder hat mitgemacht. So viel Bewegung vor der Bühne ist echt ein unheimlich genialer Anblick! Und das war eben die Gelegenheit, sich ein letztes Mal an diesem Abend auszupowern, was ich bereitwillig tat. Endlich auch inklusive Wall of Folk! Bei allen anderen Konzerten von Fiddler’s hab ich bisher immer irgendwas tragen müssen, aber dieses Mal drückte ich die Tasche kurzerhand Bea in die Hand und dann ging es los. Eine halbe Atemnot, viele Lacher, einer „Rocky Road to Dublin“ und zwei abgebrochene Fingernägel später hatten wir uns zwar alle irgendwo in die Winde zerstreut, aber das tat dem Spaß keinen Abbruch. Den Circle Pit um die Soundcheckkonstruktion beobachtete ich dann wieder nur von fern, aber danach ging es schon weiter. Munter wurde in der Reihe, allein oder zu zweit geschunkelt und gesprungen und die 45 Minuten Auftritt waren leider viel zu schnell rum. Ich weiß zwar nicht, wie viel länger ich noch durchgehalten hätte, bis ich vor Erschöpfung umgekippt wäre, aber das hätte ich gern getan – Denn die Folker sind eine absolut epische Partyband!
Es ist ein angenehmes Gefühl, ausnahmsweise einmal nicht von prasselndem Regen geweckt zu werden. Jedoch ist es unbeschreiblich, wie krass sich so ein Zelt aufheizen kann, wenn die Sonne volle Breitseite draufknallt. Viel mit schlafen war also wieder nicht, aber .. Nur die Harten komm’ in’n Garten! Und so startete der Samstag zeitig – Für einige mehr, für andere weniger, aber ich muss es auch nicht haben, alle 17 Bands – oder auch nur die Hälfte davon! – zu sehen. Das macht die Ausdauer nicht mit.
- Samstag -
Orden Ogan
Come, raise the flag of the fallen
We reign the storm and the seas
And live our lives on the brink of death
We’re pirates! – And we are free!
Deshalb war das erste Ziel für mich Orden Ogan. Hin und weg bin ich von ihrem Song „We are Pirates!“ und so erlag ich leider dem Trugschluss, dass die Herren durchgängig Metal dieser Art machen. Weit gefehlt. Das heißt nun nicht, dass ich ihren Auftritt schlecht fand und ihre restlichen Songs total grauselig finde, aber enttäuscht war ich doch. Gut, das hätte ich vermeiden können, wenn ich mich vorher noch ein wenig intensiver mit ihnen auseinandergesetzt hätte. Das werde ich jetzt im Nachhinein aber auf jeden Fall tun, denn die Jungs scheinen ziemlich witzig zu sein, was man so in Podcasts etc. sieht. Der Auftritt war auch super, wenngleich wir die Hälfte wieder nur sitzend bzw. liegend zugebracht haben. Es war einfach erstaunlich warm!
Motorjesus
Die Überraschung des Festivals waren für mich Motorjesus! Ich hatte mir zwar vorgenommen, sie mir mal anzuschauen, war aber der Meinung, dass es nicht tragisch wäre, wenn’s nicht klappt. Das muss ich im Nachhinein revidieren, denn die waren schon saucool! Und zwar so richtig cool .. Hard Rock vom Feinsten, ein wenig Old School, ein wenig anders, aber auf jeden Fall in der Lage, die müde Masse in Bewegung zu bringen! Man konnte entspannt zuschauen und wurde doch mitgerissen – So hat es der Sänger auch geschafft, die auf Feuerschwanz wartenden Leute – und das war eine beträchtliche Anzahl! – zu motivieren, doch auch bei ihnen mitzuklatschen. Ich fand die sympathisch und die Abwechslung ist auf jeden Fall gelungen! So gehört sich das auf einem guten Festival!
Feuerschwanz
In meinem Kopf die Trommel
Einem schmerzend Rhythmus schlägt.
Begleitet von dem Dudelsack
Der wir in den Gehörgang sägt.
Ein weiteres meiner Highlights: Feuerschwanz! Nachdem ich es beim MPS in Bad Säckingen nicht mehr so geschafft habe, zu tanzen, wurde das dieses Mal alles nachgeholt! Zum Glück für uns hat die Feuerwehr Ballenstedt vorher für eine kleine Dusche gesorgt und deshalb ging’s erfrischt zum Auftritt vom Hauptmann und seinem Haufen. Hier kam ich das erste Mal in Genuss, „Mama“ zu sehen. Mama ist die Metmaschine der Band und mit ihr wurde die erste Reihe bei einem Lied mit süßem Honigkraftstoff versorgt, derweil die Party ordentlich abging. Trotz ihrer auffälligen Wahl an Kleidung und dem sehr speziellen Stil waren die Mittelalterrocker auf diesem Festival doch keineswegs verkehrt und ich find’s immer wieder schön, wenn Leute, von denen man es nicht erwartet, zu der Musik abgehen. Ergo: die ganzen Langhaarigen! Der witzige Wahnsinn endete schließlich in dem allseits beliebten Lindwurm: Einer Polonaise über das Festivalgelände und – verdammtnocheins! – der konnte sich sehen lassen! Ich bin gespannt, ob der am kommenden Samstag auf dem Veldensteiner da mithalten kann, aber ich bezweifel es. Soweit ich das gesehen habe, war der Spaß an einigen Stellen vier Reihen breit und irgendwie schien sich jeder einzuhaken .. Das war echt spitze! Feuerschwanz sind und bleiben einfach eine Spaßband, die ihr Fach verstehen! Egal wo!
Turisas
Four winds will guide us
The Heart of Turisas will lead our way
Our drums echo: Forward march
Our horns cry for victory
Nach einer dringend benötigten Pause – Wegen der ich auch Grand Magus hab‘ sausen lassen – wurde es Zeit für fetzigen Viking Metal aus Finnland! Turisas sind mir durch ihr obergeniales „Rasputin“-Cover aufgefallen und nachdem ich eine witzige Aktion bei Facebook entdeckt habe, wurde kurzerhand Theaterfarbe besorgt und – tadaaa – fertig war die Kriegsbemalung!
Es war total klasse, wie einige geschaut haben, während der vordere Bereich vor der Bühne bevölkert wurde von Gleichgesinnten! Zwar nicht so viele, wie sich manch einer sicherlich gewünscht hat, aber als die Band schließlich die Bühne stürmte, wären wir daneben kaum aufgefallen. Ich fand das ziemlich stylisch! *g* Der Auftritt war dann auch klasse – Obwohl ich von den Songs nur einen oder zwei kannte. Die haben mächtig Dampf gemacht, was wir nicht zuletzt daran gemerkt haben, dass munter ein Croudsurfer dem nächsten folgte. Wir waren scheinbar in der „Einflugschneise“ gelandet, denn danach hat’s mächtig in den Armen gezogen und vieles hab ich vom Auftritt auch nur gehört und leider nicht gesehen. Überzeugt bin ich trotzdem, denn auch Turisas war ein riesiger Spaß, wie es sich für ein gescheites Rockharz gehört!
Letzte Instanz
Rennst du, kämpfst du, bleibst du stehen,
hat dich die Angst besiegt?
Du verlierst nur eine Schlacht,
noch lange nicht den Krieg!
Die letzte Band, die ich mir beim diesjährigen Rockharz angeschaut habe, war die Letzte Instanz. Und das hatte den Effekt, dass ich nun zum ersten Mal wirklich bewusst die beiden Alben „Heilig“ und „Schuldig“ angehört habe! Wah, warum hab ich mir damit nur so viel Zeit gelassen? Es lohnt sich wirklich und auch live sind sie zum Tanzen und Träumen genau richtig! Leider war hier die Akustik ebenfalls ein wenig schlecht – Ich hoffe, dass das am Samstag besser wird. Ich bin auf jeden Fall wieder von der Instanz überzeugt und hätte es besser gefunden, wenn sie noch ein wenig später gespielt hätten – Der Atmosphäre wegen. Wobei das mit dem Durchhalten hier eh schon grenzwertig war und ich deshalb die letzten Songs ausgelassen habe .. Aber auch die Instanz hat gezeigt, wie gut die Mischung und deshalb die Qualität des RHZ 2011 war! Die Veranstalter haben dahingehend alles richtig gemacht!
J.B.O. und den zweiten Headliner – In Extremo – hab ich mir doch tatsächlich entgehen lassen, aber das Sofa war nun mal so viel schöner. Der Abend verstrich also bei munterem Geplaudere und Rumgespinne, derweil die Hälfte des Trupps doch eisern bei den Auftritten war. Ich bereue es auch im Nachhinein nicht, wenngleich es vielleicht ein wenig schade ist. Aber man muss nun mal Prioritäten setzen und die lagen an dem Abend woanders! :)
Deshalb darf ich jetzt schon zu meinen zusammenfassenden Sätzen und noch einigen Anmerkungen kommen. Ein dickes Lob gilt der Organisation! Ich persönlich habe nichts zu beanstanden! Wenn ich an das Camp- und Park-Chaos von 2009 denke, dann kam mir das diesjährige Rockharz wie der Himmel auf Erden vor. Wir hatten genug Platz, man hockte nicht eng auf eng und mit ein wenig gewünschter Blindheit hat man auch die Dixis ertragen. Ich hab an vielen Ecken und Enden Beschwerden gehört, dass einmal pro Tag leeren nicht reicht, aber ich muss sagen .. Entweder sind das alles Pussies oder wir hatten wirklich Glück. Sobald man herausgefunden hatte, welches Dixi man für die kommenden Stunden besser meiden sollte, war alles in Ordnung. Die Stimmung auf dem Campground war zudem echt super, mir sind keine Zwischenfälle aufgefallen und den Strahlern sei Dank fiel es auch relativ leicht, sein Zelt wiederzufinden. Die Security am Mittwoch war freundlich, am Sonntag ging das Wegkommen dagegen nur seeehr schleppend voran. Da wäre noch Nachholbedarf, wobei man wahrscheinlich aufgrund der Geländelage schlicht und ergreifend eingeschränkt ist und deshalb nur einen Zufahrtsweg hat. Eilig darf man’s also bei der Abfahrt nicht haben.
Das Festivalgelände war auch wie 2009 schon ohne jeden Makel. Die Feuerwehr sorgte für Abkühlung, als es zu heiß war, man bekam kostenlose Regencapes, wenn es regnete und die Preise für Getränke und Essen waren auch ganz erträglich. Die Qualität der Futterbuden, an denen wir waren, war ebenfalls in Ordnung. Was ich jedoch vermisst habe, war eine ordentliche Merchandise-Area wie 2009. Entweder ist sie mir entgangen oder sie hat schlicht nicht existiert – Das einzige war ein ‚Stand‘, an dem es Shirts gab und da war die Schlange leider endlos lang. Das Anstehen lohnte sich aber, denn man hatte die Wahl zwischen 4 Motiven, was ich echt bemerkenswert finde. Zumindest als Männlein – Als Frau muss man wohl oder übel in den sauren Apfel beißen und auf’s Girlieshirt verzichten, denn 2 der Motive gab es nur als Männershirts. Eines davon ist jedoch mit dem Sachsen-Anhalt-Wappen bedruckt und das hat mich überzeugt! Da gibt man 18 Euro gerne aus! ..
Alles in allem lohnen sich die ~60 Euro für das Festival definitiv! Ich weine dem Geld keine Träne nach und ich finde es super, was in den 3 (bzw. 5) Tagen geboten wird.. So fair verhält sich nicht jedes Festival – Ich muss es nur mit dem Feuertanz vergleichen, das 2 Auftrittstage und eine Campingsituation hat, die unter aller Sau ist. Außerdem findet man beim Line-Up immer irgendeine Überraschung; das hat sich nun schon mehrfach bestätigt! Dieses Jahr war es Motorjesus, während Fiddler’s Green am meisten Gaudi gemacht und deshalb meiner Ansicht nach den besten Auftritt hingelegt hat..
Ich hoffe, dass ich nächstes Jahr wieder Zeit & Kohle dafür habe, denn dieses Nonplusultra – für mich persönlich – darf ich mir eigentlich nicht entgehen lassen.
In diesem Sinne gibt’s wieder Fleißkekse und natürlich gaaaanz dicke Grüße an die Bande, die die 5 Tage so super gemacht hat! Fühlt euch gedrückt und mit Met überschüttet ;)
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Endlich war es wieder so weit..! Viel zu lange musste ich warten, bis sich zu Konzerten und Mittelaltermärkten auch wieder Festivals gesellten und genau dieses Ereignis will ich für einen weiteren Reanimationsversuch meines Blogs nutzen. Worüber ich seit dem Konzert in Telfs nicht geschrieben habe, sind das Schandmaul-Konzert in Linz Anfang März und das MPS in Bad Säckingen am Walpurgiswochenende – Aber ich verspreche .. mal wieder .. Besserung! Beide Events sind auf jeden Fall erwähnenswert, nicht zuletzt wegen des Interviews, das Rob und ich in Linz mit Thomas gehalten haben .. Wer genaueres dazu wissen will, darf mich gerne kontaktieren – Das File dazu existiert auch noch auf meiner Platte!
Nun aber zurück zum eigentlichen Grund für’s Bloggen: Dem Feuertanz 2011. Bereits letztes Jahr zum 10-jährigen Jubiläum war ich in Abenberg, aber ich kann voll und ganz behaupten, dass es dieses Jahr vom Party-Faktor her noch grandioser war! Das Wochenende lässt sich mit dem Adjektiv ‘chaotisch’ ganz gut beschreiben, aber das ist ja nichts, wovon wir uns die Stimmung vermiesen lassen. Deshalb ging es auch schon munter am Donnerstag los in Richtung Franken. Wie letztes Jahr auch hab ich am Vormittag noch eine Prüfung gehabt, weshalb das Festival wie gerufen kam um zu feiern und abzuschalten. Wunderbar schien die Sonne noch in Lörrach auf uns herab, aber .. Na, wer errät’s? – Richtig .. Es blieb nicht so! Ich kann hiermit behaupten, dass meine Regenquote hinsichtlich Festivals ihren 100% treu bleibt, denn es schüttete am Wochenende mehrfach wie aus Kübeln. Das erste Mal bereits auf der Fahrt – Aquaplaning ist ein interessantes Erlebnis, wenn das Auto bis unter’s Dach vollgepackt ist! Zähneknirschend kam ich Nürnberg immer näher, um dort meine Sachen unterzustellen und den Pavilion abzuholen, der nur mit viel Kreativität in mein Auto passte – Da bin ich froh, dass ich den Ka nicht mehr habe .. Und dann mit viel zu viel Verspätung und viel zu nass erreichte ich erneut das kleine Nest, über dem die wunderbare Burg thront. Da wir letztes Jahr im letzten Eck vom Ersatzcampingplatz zelten mussten, bestand diesmal die Hoffnung, noch einen vernünftigen Platz auf dem normalen zu bekommen .. Ha! Pustekuchen! Das zerschlug sich schnell, als ich den Parkplatz davon erreichte und mich schon halb im Schlamm versinken sah. Die Dresdner hatten derweil ein Plätzchen gesucht – Und keines gefunden, das man noch reservieren konnte. So viel also zu unserem Plan .. Erneut ging es zum Ersatzcampingplatz und auch wenn ich anfangs wenig begeistert war, lässt sich im Nachhinein nur eines sagen: Es war die beste Entscheidung überhaupt! Wir hatten nämlich unter anderem einen Klo-Wagen mit Waschbecken, während sich der Rest mit Dixis rumschlagen musste. Außerdem war es mit viel Überredungskunst und einem dicken Fell gegenüber der ziemlich unorganisierten Security auch möglich, wenigstens ein bisschen Platz freizuhalten. Nichtsdestotrotz ist genau auch das der größte Kritikpunkt am diesjährigen Feuertanz, den ich jetzt gleich ausweiten werde, bevor ich danach zu all den Highlights komme! .. Es war einfach viel zu eng. Wenn ein Veranstalter 4000 Karten verkauft, dann sollte er verdammtnochmal auch mit ebenso vielen Campern rechnen, die zum großen Teil mit Autos und Pavilions etc. anreisen. Das war nicht der Fall und so gab es eine ziemlich haarsträubende Campingordnung, an dem sich eh kaum einer gehalten hat. Und natürlich viel zu wenig Platz für alle die Leute .. Wir hatten Glück, dass wir Donnerstag schon angereist sind, aber wenn bereits Freitagvormittag auch die eigentliche Zeltfläche des Ersatzcampingplatzes voll ist und es kaum noch eine Möglichkeit zum Parken gibt, dann läuft irgendwas mächtig schief. So war es kein Wunder, dass man um sein trockenes Zeltinneres bangen musste, wenn regelmäßig mehr oder weniger besoffene Mitfeiernde über die Zeltschnüre stolpern und dabei alles verziehen. Auch ist es abends auf der Burg immer unheimlich beengt gewesen. Natürlich ist nicht viel Platz für den Markt und wenn man sich einmal irgendwo durchdrängeln muss, dann kann ich damit auch leben, aber das Rauskommen aus der Burg nach den Headlinershows war schon eine mittelschwere Katastrophe. Zudem haben wir dieses Jahr gar nicht erst versucht in den Burgsaal zu kommen. Es hat schon gereicht, dass man eine halbe Stunde bei den Toiletten dort anstehen musste …
Nun aber zu den schönen Dingen der letzten Tage! Denn wenn man die Organisation und das unheimliche Mistwetter (Das ist keine Übertreibung .. Es war richtig heavy!) ignoriert, war es einfach nur geil. Donnerstagabend war außer chaotischem Zeltaufbauen (Stangen einfädeln, Stangen ausfädeln, Knoten verfluchen, Zeltbahnen unterm Pavilion trocken halten, im Halbdunkeln dann wegen des Regens hetzen, Zelte beziehen, den Nachbarn zur Hilfe eilen), gemütlichem Beieinandersitzen und Futtern nicht mehr ganz so viel los, aber das war wahrscheinlich auch gut so, denn Freitag hab ich mich schon viel zu früh aus meinem Schlafsack gequält. Egal .. So hatten wir dann alle was von einem sonnigen Vormittag, von dem ich sogar ein wenig Sonnenbrand mitgenommen habe! Die Freude hielt aber nicht lange an, denn es zog später noch gehörig zu .. ‘Später’ war, nachdem ich zum ersten Mal Munchkin gezockt – oder es zumindest versucht! – habe, Taxi spielte und sich unser illustres Grüppchen noch weiter vergrößerte. Erst danach konnten wir Anstalten machen, mal zur Burg hinauf zu pilgern und zu schauen, was der Markt und die Bühne dieses Jahr so hergeben. Die Verkaufsstände auf ersterem waren weitestgehend gleich zu denen aus dem vergangenen, was unsereins nicht daran hinderte, mal wieder viel zu viel Geld auszugeben. Aber ich bin verliebt in meinen Ring, mein Kopftuch, meine beiden neuen CDs und das Feuertanz-T-Shirt, das im Vergleich zu dem letzten echt todschick ist! Zu den Bands komm ich später, denn jede, die ich gesehen habe, hat auch einen eigenen kleinen Beitrag verdient .. Oder auch nicht ..
Auch die zweite Nacht war kaum länger als 3 oder 4 Stunden, weil irgend so ein Volldepp am Samstagmorgen der Meinung war, brüllen zu müssen, dass andere – die ich nicht gehört habe? – doch mal die Klappe halten sollen, damit ‘die Mädels’ schlafen können. Ja – So viel dazu. Aber hey .. Wer früher aufsteht, hat mehr vom Tag (und kann eher mit dem Trinken anfangen!), nicht wahr? Wieder nahmen wir es auch gern in Kauf, ein Weilchen beim Kaffeestand zu warten, bis ich das heiße Gebräu in den Händen hielt und halbwegs einen Zustand erreichte, der der Beschreibung ‘wach’ nahe kommt. Den letzten Rest schafften dann erst das Schwingenfeuer und das kollektive Haarewaschen .. Meine Fresse, war das Wasser aus dem Klowagen kalt! Bewaffnet mit ca. 8 Wasserflaschen und Shampoo haben wir uns zu sechst ans Feld gehockt und wenigstens ein wenig Hygiene vorgegaukelt. Denn trotz Festival .. muss man es ja nicht übertreiben. Und da die Wartezeit bei den zur Verfügung gestellten Duschen ziemlich arg war, haben wir eben improvisiert! Haarewaschen war selten so lustig und überhaupt hab ich am Samstag gewickelten Handtüchern, Pfefferbeißern usw. sei dank ziemlich gut gelacht! Mir hat’s auf jeden Fall ‘ne Menge Spaß gemacht, selbst wenn ich mich für einige Fotos wahrscheinlich noch verfluchen werde..
Das Positive und Negative des Drumherums halten sich also letztlich gut die Waage, denke ich. Viel Meckernswertes hatte nunmal mit der Organisation und der Security zu tun, aber mit ein wenig Mühe lässt sich darüber hinwegschauen – Und dann konnte man auch folgende Bands genießen:
Rabenschrey
Es gibt nur einen Gott – und der hat Hörner!
Hat er keine dran, ja, dann zünden wir ihn an!
Ich kam bereits letztes Jahr in den Genuss, Donar als Moderator beim Veldensteiner Festival kennen zu lernen und da war mir der Mensch bereits sympatisch. Schließlich ist es schwierig, einer Band zu lauschen, deren Frontsänger man nur bedingt leiden kann. Wie auch immer.. Von Rabenschrey habe ich bisher eher weniger gehört – Mein Repertoire beschränkt sich auf ganze zwei Lieder. Aber das war egal, denn die Stimmung war trotzdem bombig! Beim Mischen hat wahrscheinlich irgendein Anfänger gesessen, denn verglichen mit allen anderen Bands hat man Donar wirklich ganz schlecht verstanden und so konnte zumindest ich nur so mithüpfen und feiern. War aber witzig und es führt mich zur Hypothese, dass ein Feuertanz ohne Polonaise wohl gar nicht existiert. Während diese letztes Jahr als Lindwurm getarnt bei Feuerschwanz stattfand, war dieses Jahr Rabenschrey die Band, bei der sich ein Menschenfaden durch den vorderen Bereich zog. Diesmal bin ich auch mit Carina reingesprungen und mein Fazit: Live sind die super und ich denke, dass sie zu einem späteren Zeitpunkt wahrscheinlich besser aufgehoben wären, damit die Stimmung auf einem solch hohen Level bleibt!
Eric Fish & Friends
Anders sein und anders scheinen,
anders reden und anders meinen,
alles loben, alles tragen,
allen schmeicheln, stets behagen.
Was mich gleich zum nächsten Act führt, den ich mir angeschaut habe. Schelmish hab ich ausgelassen, da ich bei denen häufiger die Möglichkeit habe, sie auf einem MPS zu sehen – Bei Eric Fish ist das nicht der Fall. Zu Anfang sei erwähnt: Ich steh auf Liedermaching und ich liebe deshalb auch seine Solo-Alben! Da sind wunderschöne Songs mit dabei, die zum Träumen und Nachdenken anregen, aber genau das war auch das Problem. Der gute Herr Fish war leider um diese Zeit ein ziemlicher Stimmungskiller. Um nicht zu sagen: Es war langweilig. Man wollte tanzen und Spaß haben und dann SaMo lauschen, aber das ging nicht. Stattdessen haben wir das Konzert sitzend und erzählend verbracht, da hatten wir irgendwie mehr von. Find ich ehrlich schade, aber es steht überhaupt nicht zur Debatte, dass Eric Fish es gesanglich und mit der Gitarre drauf hat! Es war nur einfach die falsche Zeit und der falsche Ort für so ein Konzert. Deshalb würde ich ihn mir auf jeden Fall auf einer Solo-Tour trotzdem gern mal anschauen, sollte sich die Möglichkeit ergeben!
Saltatio Mortis
Und wenn mich einst des Todes Finger greifen,
wenn nichts mehr bleibt und niemand bei mir ist ..
Und wenn ich fort bin, wird es sich erweisen:
Wer an mich denkt und wer mich schnell vergisst..
Please increment the counter. .. Um es mal als richtiger Informatiker auszudrücken. Das war nun das 10. Mal, dass ich die Spielmänner von SaMo gesehen habe und ich wiederhole gerne immer wieder, dass es nie auch nur annähernd langweilig oder schlecht war! Und auch beim Feuertanz war es eine einzige Party. Ich muss sogar zugeben, dass der Regenschauer angenehm und willkommen und stimmungsfördernd war! Aber das Bild, wie sich die gelben Scheinwerfer dem Publikum zuneigten und dabei den Bindfadenregen nur noch mehr untermalten, während die Band ‘Letzte Worte’ spielte, hat sich einfach total in meine Netzhaut gebrannt und so schnell werd ich das nicht vergessen.. Saltatio Mortis hat die Headliner-Show auf jeden Fall verdient und mit Bravour gezeigt, wie geil sie sind. Und dass man sich wirklich die Kehle aus dem Leib gröhlen kann!
Vroudenspil
Wenn es etwas gibt, dass wir auf unserer Reise lernten:
Wer Wind sät, wird Sturm ernten!
Wir wissen jetzt, was Rauben ohne Gnade heißt
Und dass der Teufel immer auf den größten Haufen scheißt!
Wow! Das, was Feuerschwanz letztes Jahr für mich waren, waren nun 2011 Vroudenspil! Eine Überraschung schlechthin, unglaublich witzig, sehens- und hörenswert! Ich hatte mich ja vorher schon gewundert, warum zur Hölle ich noch nie was von denen gehört habe, wo die doch von ihrem Konzept her sehr piratig sind .. Und damit genau meinen Geschmack treffen! Ich hab mir also vorher schon die beiden Alben von der Band geholt, da ich auf mein Bauchgefühl, meine Mitcamper und die Erinnerung an die Musikschnipsel von Facebook gehört habe. Zudem hab ich gelernt, wie man den Bandnamen richtig ausspricht und mich dabei natürlich mal wieder blamiert. Aber warum auch nicht – Gehört bei solchen ‘exotischen’ Namen nun mal dazu! Wie auch immer .. Auch bei Vroudenspil hat es mal wieder geregnet, aber zumindest einen Teil von uns hat das kalt gelassen und ich kann sagen, dass meine Schuhe nach diesem Auftritt wirklich richtig nach Festival aussahen! Die haben so gefetzt! Nicht nur, dass sie ziemlich sympatisch erschienen und mit Freude dabei waren – Nein, auch die Technik war in diesem Falle super und es war einfach nur ein Hochgenuss, den Seeräubern auf der Bühne zu lauschen! Gerne wieder, denn auch die CDs sind klasse und das nächste Mal werd ich nicht nur tanzen, sondern auch mitsingen können!
Omnia
Storm winds blow on the golden barley
Birds lie dead on the fields of Athenry
I’ll stand strong ’cause you stand beside me
Take my hand and we’ll dance until we die
Viele hat es gestört, dass Omnia auch dieses Jahr wieder dabei sind und auch ich fand es auf den ersten Blick einfallslos, aber auf den zweiten schon gar nicht mehr! Im Gegenteil: Wieder haben die Holländer total gerockt und einen wunderschönen Auftritt hingelegt, der sogar noch toller war als der letztjährige. Dieses Mal konnte ich auch Sics politische Einstellung eher mit einem Schulterzucken hinnehmen – In einigem hat er schon recht, anderes gehört vielleicht nicht auf die Bühne, aber wer sonst will die Menschen erreichen, wenn nicht ein Musiker vor Hunderten von Leuten? Deshalb also freu ich mich, sie wieder gesehen zu haben und nun haben sie sich noch tiefer eingeprägt, denn zu der Musik kamen auch noch interessante Bilder, die Kelvin Kalvus und eine russische Tänzerin, deren Name mir leider entfallen ist, lieferten. Er mit seiner Kontaktjonglage mit den Kugeln und sie mit Feuer. Wow und zum Staunen! Einzig die Weiber, die sich auf die Schultern ihrer Freunde gehockt haben, haben gestört, aber sonst war es ein wahnsinniges Konzerterlebnis im Sonnenschein. Denn genau wie 2010 haben die Jungs und Mädels auch dieses Jahr die Sonne hervor gesungen .. Ich freu mich jetzt schon auf der M’era Luna, denn da sind sie auch ein Muss. Nicht zuletzt wegen der unheimlich hübschen Mädels mit ihren Wahnsinnsstimmen und dem tollen Sänger – Nein, auch die anderen beiden Bandmitglieder sind auf jeden Fall eine Erwähnung wert. Das Slideridoo (Jaah, ich hab mich erkundigt!) beschert mir jedes Mal wieder eine Gänsehaut und das Grinsen des Drummers ist einfach nur ansteckend. Für mich war Omnia auf jeden Fall die Band mit dem besten Auftritt in diesem Jahr!
Korpiklaani
Drinking is good for you!
You’re really feeling awesome!
Yay! Die Finnen durfte ich nun auch zum zweiten Mal sehen, doch leider war ich nicht mehr in der besten Verfassung .. Hätten die Füße nicht so geschmerzt und wäre der Regen fort geblieben, wär’ das Konzert sicherlich noch richtig, richtig geil geworden. Immerhin lieferten Korpiklaani den Metalteil dieses Feuertanz’. Aber man kann leider nicht alles haben und so hab ich nur die ersten paar Songs beobachtet und was ich gesehen habe, war ziemlich solide! Keine Spur von zugedröhnten Musikern, die keinen Ton mehr treffen und nur noch ins Mikro lallen. Glück für uns, denke ich .. Der Gesang war klar und es hat mächtig in den Ohren gebombt, was sie so von sich gegeben haben – Genauso, wie es sein muss! Deshalb sag ich auch hier weiterhin: Gerne wieder!
Schandmaul
Zeig Dich hier!
Bring mich zu ihr!
Lass mich Dein Diener sein,
und ihre Liebe dafür mein,
meine Seele ist dann Dein!
Das Finale hätte keine bessere Band bestreiten können! Und auch hier gab es eine Überraschung, als nämlich Thomas auf die Bühne kam: Mit eingegipstem und am Bauch festgeschnallten Arm. Jaja, so ein kaputtes Schlüsselbein ist schon scheiße, wenn man eigentlich Akkordeon und Gitarre spielen will .. Der Auftritt ist den Mäulern dennoch gelungen! Ich bin vor allem ziemlich happy mit der Liedauswahl gewesen. Sie haben vergleichsweise viel vom Traumtänzer gespielt und genau das fand ich super. Alle Schmerzen waren vergessen, der Regen ebenso und deshalb haben wir’s nochmal richtig krachen lassen und die letzten Kraftreserven rausgeholt .. Es ist super, dass die Band das geschafft hat! Und ja .. Anna sah wirklich hübsch aus in ihrem Outfit, da haben die Jungs zu recht gesabbert. *g* Schandmaul ist also nach der Pause wirklich mit vollem Elan zurückgekehrt und hat nichts verlernt .. Da ist man gerne Fan. ♥
Abschließend will ich noch meine persönliche Enttäuschung erwähnen .. Haggard kannte ich vorher ebenfalls nur bedingt und das einzig tolle an deren Auftritt war die Tatsache, dass Ally the Fiddle auf der Bühne stand. Alles andere fand ich echt anstrengend und bin deshalb auch geflüchtet. Es war ohnehin schon total unnötig, dass der Aufbau eine halbe Stunde länger gedauert hat als geplant. So etwas ist meiner Meinung nach auf einem Festival absolut unpassend und den anderen Bands und deren Crews gegenüber unheimlich unfair, denn die waren es, die alles auszubaden hatte. Es ist ihnen aber gelungen und das spricht für die Professionalität von Omnia, Korpiklaani und Schandmaul. Es ist super, dass sie wegen Haggard nicht oder nur kaum einstecken mussten – Alles andere wäre verdammt ärgerlich gewesen!
So .. Mitteilungsdrang gestillt und alle, die bis zum Schluss gelesen haben, bekommen einen Keks. Abschließend geht aber nochmal ein fetter Dank nach Dresden, Franken, Oberbayern und natürlich Salzburg für ein paar richtig coole Tage! Ich hoffe, dass man sich auf dem einen oder anderen Festival oder Konzert wieder sieht ;)
Wenn es wieder heißt: “Du bist schuld an dem Wetter, man!”
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[Ursprünglich verfasst am 02.08.2010]
Oder: The ‘Wetterhexe’ is on the road again!
So sieht’s aus. War ich jemals der Meinung, ‘s Feuertanz oder ‘s Rockharz war geil, muss ich’s hiermit revidieren. Das Veldensteiner hat einfach mal die Scheiße weggerockt – Und ein jeder der dabei war, kann mir sicher auch diese ziemlich niveaulose Artikulationsweise verzeihen. Ich habe lange nicht mehr so geil gefeiert.. So durchgängig, mit dickem Grinsen im Gesicht und der tollsten Musik überhaupt im Ohr .. Mit netten Leuten dabei und überhaupt und so – Da hat’s auch nicht gestört, dass ich mittlerweile die Wetterhexe bin. Aha. Zur Erklärung: Ich war bisher auf noch keinem Festival, bei dem es nicht mindestens einmal Kuhscheiße regnete. Und? Jaaah, auch diesmal war’s nicht anders!
In diesem Sinne.. Wieder ging es Freitag hochmotiviert in Richtung Nürnberg. Ich war guter Dinge, weil die Englischklausur gut lief und mein Auto auch nicht ganz so voll war, wie gedacht – Es hat jedoch später gereicht, um Moon kurzzeitig in Sprachlosigkeit zu versetzen. Naja. Es pisste. Hatte ich was anderes erwartet? Nein. Die Hoffnung, eventuell doch ein trockenes (Auf’s Wetter bezogen!) Wochenende zu verleben, zerschlug sich spätestens, als ich in Feuchtwangen bei Asa eintrudelte und danach eine Rundfahrt durch Franken machte. Es tröpfelte weiter vor sich her, ich lauschte bereits den Klängen von Eisbrecher aus meinem Autoradio und musste Rob leider hinhalten, da ich nicht pünktlich in Nürnberg war. Also – Ich hasse Großstädte! Damit das mal gesagt sei .. Unser Zeitplan war dermaßen für die Katz’, aber irgendwann seeehr spät nach gefühlten 10 Stunden Autofahrt (Es war fast so viel..) erreichten wir Finstermühle im Autokorso. Und – Awr! Es streute auch diesmal Festivalstimmung, als ich die Burg schon recht zeitig sah! Die Ecke dort unten hat echt was :]
Ein Bericht über die Bands hat wohl kaum mehr Sinn. Es ist Mitte Oktober und ich hab’ grad gesehen, dass ich den Blogeintrag bis hierher schon verfasst hatte – Warum hab’ ich nie weitergemacht?.. Ich bin soo undiszipliniert. Ts. Aber whatever .. Eine geilere Mischung als Coppelius (Bastille-Strip ftw!), Eisbrecher, Saltatio Mortis und ASP gibt es schlicht und ergreifend nicht und da hat meine Prophezeihung ja voll hingehauen. Deshalb also .. Es wäre eh nur in Schwärmereien geendet, wenn ich hier versucht hätte, etwas Konstruktives zu schreiben. Der Ordnung halber muss dieses Festival aber vermerkt werden – Und es darf sich geehrt fühlen, denn es wird der letzte Eintrag auf diesem MyBlog-Blog sein. Nebel zieht nämlich um – Zu WordPress. Sobald ich mich da endlich mal ans Design gesetzt habe, geht’s mit dem Event- und Kulturblog los ;P .. In diesem Sinne – Keep on rockin’!
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[Ursprünglich verfasst am 22.06.2010]
Oder: Die Rollenspieler haben den Klappstuhl ausgegraben!
Geil war’s. Kurz und knapp: Geil war’s. Das erste Festival 2010 und es hätte glaub’ ich nicht besser werden können – klammert man mal den Fakt des Wetters aus, aber mein Gott.. Ganz Deutschland ‘leidet’ zur Zeit unter diesem ‘Sommer’ und deshalb macht’s das ein wenig erträglicher. Solange ich nicht krank werde, bleibt der Regenschauer am Freitagabend einfach in lustiger Erinnerung! Also – Wo fang ich an? (Achtung: Situationskomik!) – Am besten am Anfang!
Nach einer durchaus amüsanten BA-Party mit seltsamen Anwandlungen gewisser Komillitonen am Donnerstagabend bin ich Freitag echt im Zeitplan gewesen, was das Losfahren anbelangte. Kopfschmerzen hatte ich zwar, aber das auch nur, weil ich beim Aufstehen gegen die obere Abgrenzung meines Betts gehauen bin. Der Tag fing also perfekt an .. Egal, ich kam prima durch, wenn denn mal keine Baustelle die Geschwindigkeit begrenzte und hinter Freiburg der furchtbare Platzregen auch endlich aufhörte. Ich fuhr der Sonne entgegen – Bessere Voraussetzungen hätte es nicht geben können! Pünktlich konnte ich dann auch in Schwabach Marie & Charly abholen und es wurde fleißig das erste Mal Tetris bei diesem Festival gespielt – Vorrangig in Zusammenhang mit meinem Auto. Aber es saßen alle drin und solange ich’s auch angekündigt habe, wenn ich schalten wollte, lief alles gut. Das Ziel war dann also Abenberg, welches sich nahe Nürnberg an der A6 befindet und mit dem Bild der Burg lockte – Welche man auch recht zeitig entdecken konnte. Die nächste Euphoriewelle brach bei mir aus, die sich jedoch dämpfte, als es da 3 Anläufe brauchte, bis wir einen Campingplatz fanden, der auch a) wirklich einer war und b) noch Platz hatte. Gut. Auto abgestellt und Plan geschmiedet – Denn Rob & Georg kamen später und man sollte ja schon einmal Platz für die Zelte reservieren. So verließen wir bepackt mit einem Zelt und 2 Zeltplanen aus der guten alten DDR Abenberg wieder – Zu Fuß. Denn das Stückchen Feld am Arsch der Welt – direkt am Kartoffelacker, dort wo man nachts auch die Frösche quaken hörte, insofern es die Schnarchlautstärke des Zeltnachbarn zuließ – lag schon hinter’m Ortsschild. Recht schnell war das Zelt der beiden Mädels dann aufgebaut und es wurde Zeit, die fehlenden Herren vom Bus abzuholen. Das konnten wir gleich wunderbar mit einem Spaziergang durch Abenbergs Innenstadt verbinden, die echt stilvoll mittelalterlich ist! Und man hörte überall die Musik von der Bühne, wo bereits die ersten Bands gespielt hatten – Keine Ahnung wer, war mir aber auch egal. ‘s Brüderchen musste schließlich abgeholt werden! Auch das erledigten wir recht schnell und nach kurzem Durchfragen zur Haltestelle – Dann wurd’ mein Ka ausgeräumt und die restlichen beiden Zelte aufgebaut. Mehr oder weniger schnell – und selbstverständlich bei leichtem Nieselregen, so wie sich das gehört! Wir hatten nämlich das Problem, dass die Zelte recht groß waren – Und unser Platz begrenzt. Deshalb musste Zelt No.1 gefühlte 27618661 Mal umgestellt werden, bis wir endlich eine kleine Fläche hatten, wo auch die Planen gespannt werden konnten. Die waren auch nützlich – Zwar nicht sooo groß, aber immerhin gab’s ein wenig Schutz. Und wir haben auch echt gut improvisiert! Im Vergleich zum Rockharz letztes Jahr haben wir recht wenig Zeit am Zelt verbracht – Und auch wenig mit unseren Nachbarn. Außer diverses HELGA-Gebrüll, auf welches so gut wie immer eine durchaus interessante Antwort kam .. Lag aber auch daran, dass wir einfach recht weit entfernt vom Schuss waren. Nur hat auch dieses Geschrei gereicht, um mich mal wieder zu ownen – Wir zitierten Feuerschwanz folgendermaßen (in weit schallender Lautstärke):
Moon: “Met und Miezen!”
Nachbar: “Schnaps und .. Schnecken!”
Ich: “Bier und Bräute!”
Moon: “Aha .. Da haben wir’s also..”
Klarer Fall von: Typisch. Egal. Der späte Samstagnachmittag war eh tierisch geil und wir konnten Rob hoffentlich auch mit diversen Lachflashs dafür entschädigen, dass er die Apokalyptischen Reiter nicht live gesehen hat. Aber beim Essen war’s einfach nur zum Brüllen komisch – Ich nenne nur einige Wortgruppen, wie die warmen Nudeln, die violetten Tentakeln und gewisse Situationskomik. Ich glaube wir hatten alle unseren Spaß! Aber um nun mal zum wirklich Essenziellen des Festivals zu kommen – Die Bands (In der Reihenfolge, wie wir sie gesehen haben).
Eluveitie
What do you see in me?
Do you breathe-in dreams?
Pagan Metal. Ich hab zwar einige Sachen gehabt, aber nicht mit DEM gerechnet, was dort dann kam. Wow! Das hat das erste Mal den Nacken echt enorm in Anspruch genommen und die Schweizer haben eine geniale Stimmung gemacht! Wir haben ziemlich zentral gestanden, hatten ‘nen guten Blick auf die Bühne und überhaupt.. Die Akustik war spitze, die Atmosphäre passend .. Und: Der Sänger hat gänzlich dialektfrei gesprochen. Bin ich ja froh, dass Schweizer Deutsch nicht zwangsläufig dort auch zu hören – Hrhr. Ne, also – Ich war begeistert. Und dankbar, dass ich heut’ noch eine CD von denen im Auto hatte, denn die haben beim Fahren gut wachgehalten. Ich glaub’ ich könnt’ in meiner Wiedergabeliste mal wieder ‘n bissl metallastiger werden – Eluveitie hätten nicht wenig Beitrag dazu geleistet.
In Extremo
Der Wind – Der Wind weiß wer ich bin..
Der Wind – Der Wind treibt mich dort hin..
Der Wind – Der Wind bleibt mir im Sinn..
Der Wind – Der Wind weiß wer ich bin!
Ich hatte mich auf InEx echt derbe gefreut. Sonst hab’ ich alle ‘großen’ Mittelalterbands ja schon gesehen – Nur die haben gefehlt und ich muss sagen: Wahnsinn! Micha hat eine unglaubliche Power auf der Bühne und er klingt grandios. Ebenso haben die Lieder Gänsehaut verursacht, in denen dann 3 Dudelsäcke erklungen sind. Ich liebe dieses Instrument und wenn es dann gleich mehrfach vorkommt, kann ein Lied nur gelingen! Zwar haben sie Songs wie Liam oder Herr Mannelig nicht gespielt – Von denen ich eigentlich dachte, dass sie ein absolutes Muss sind – aber dafür Wind. Und Ave Maria! Das war die größte Überraschung des Festivals, da ich echt jeden Song in der Setliste gesehen hätte – Nur den nicht. Das einzige Manko war das Publikum. Pseud-Mosher haben die Stimmung bei uns zeitweise doch ein wenig heruntergerissen – Da freute man sich, ziemlich weit vorn zu stehen und hatte letztlich doch nichts davon, weil viele Kerle am Randalieren waren – Und andere zu doof zum Crowdsurfen. Das ging böse zu und ich bin froh, dass ich das bisher nur einmal erlebt habe – Nochmal brauch ich den einen oder anderen Anblick wirklich nicht. Ich hab’ ja nichts gegen Mosher etc, aber es sollte sich alles in einem Rahmen bewegen, bei dem jemand, der daran keinen Spaß hat, auch nicht zu Schaden kommt .. In einer betrunkenen Meute leichter gesagt als getan. Naja – Jedenfalls waren In Extremo echt sympatisch und haben gut Laune gemacht. Ein würdiger Headliner des ersten Abends und für mich die beste Band beim Festival.
Fejd
Mir fehlt bei ihnen ein Songtext, weil mir kein Lied in Erinnerung geblieben ist. Und die Jungs haben auch keinen Wikipedia-Eintrag, was ich grad echt erstaunlich finde – Und traurig! .. Weil auch die Norweger ziemlich geil waren und genau den Eindruck bestätigt haben, den ich dank Antenne Yggdrasil schon hatte. Epic. Es war, als hätte man einem Soundtrack gelauscht und es gab unter anderem Megagänsehaut, als der eine der Brüder auf einem Horn spielte .. Diese Akustik war so genial – Man kann sie echt schlecht beschreiben, geschweige denn Vergleiche heranziehen, da es keine gibt .. Außer vielleicht – ganz ganz grob – Wolfsgeheul. Aber selbst dafür brauch man schon mächtig Phantasie – Die von der Musik von Fejd echt angeregt wurde. Und – Nebenbei gesagt, ist Moon dann leicht größenwahnsinnig geworden. Aber es hat sich gelohnt – Und er und Georg haben doch tatsächlich ein Interview mit der Band für Antenne Yggdrasil halten können! An dieser Stelle nochmal – Ich freu mich für euch und bin gespannt, wenn ihr’s dann auf’m Stream spielt! Das war eine ziemlich geile Aktion und hat Fejd noch mehr eingebrannt, als sie es ohnehin schon mit ihrer epischen Musik gemacht haben ..
Feuerschwanz
Ich bin der fröhliche Meister der Folter
und komm mit großem Gepolter!
Ich kenne viele Maschinen
und kann sie alle bedienen..
Feuerschwanz ist eine Band, mit der ich nie etwas anfangen konnte. Einige Songs hatte ich mir bei YouTube schon angeschaut und auch gehört – Doch bis auf Met und Miezen hat mich nie etwas angesprochen. Das änderte sich bereits Freitagabend, als wir sie beim Marktprogramm sahen – Und ich dort beschloss, sie am folgenden Tag auf der Hauptbühne sehen zu müssen! Gesagt, getan – Während Rob & Georg zu diversen Interviews aufbrachen, pilgerten wir zur Bühne und lauschten den amüsanten Klängen dieser Band, die eine einzige Parodie auf Mittelalterformationen zu sein scheinen. Dabei sind sie aber doch weniger niveaulos als anfangs vermutet – und machen einfach nur tierisch Spaß! Ich glaube keine andere Band hat bei diesem Festival so viel Stimmung gemacht wie Feuerschwanz! Bei oben zitiertem Lied – Meister der Folter – gab es einen ‘Lindwurm’ – sprich eine Polonaise – über den Platz und das macht bei einem Haufen Metaler & Schwarzgewandeter doch ordentlich Eindruck! Bei Hurra, Hurra die Pest ist da! wurde der gesamte Burghof zum Tanzen animiert und auch so sorgten die beiden Miezen auf der Bühne recht viel dafür. Es konnte einfach nicht stillgehalten werden – Und selbst wenn ich kaum Lieder kannte, war es bereits nach dem ersten Refrain ein leichtes, bei den darauffolgenden Mitzugröhlen, da fast jeder Song unglaubliches Ohrwurmpotential hat. Feuerschwanz schmettert also jede Form der Kritik ab – Bei dieser Band stimmt einfach Alles! Von den Liedern über die Bühnendeko bis hin zu den Persönlichkeiten der Mitglieder .. Es ist beeindruckend, wie dieses Konzept so authentisch herübergebracht wird, dass man nicht mehr stillstehen kann und wirklich mitfeiern muss! Ich hoffe, dass dies in naher Zukunft nicht das letzte Mal ist, dass ich Feuerschwanz live gesehen habe, denn die rocken total!
Omnia
Hot like the sun
Wet like the rain
Green like the leaves
Life is a game
Wenn mich die Muse seit langem mal wieder geküsst hat, dann aufgrund von Omnia! Auch hier spielt Authentizität eine wahninnig große Rolle und die Holländer sind ihr auf jeden Fall gerecht geworden. So viel Talent im Umgang mit einer Vielzahl von bekannten und unbekannten Instrumenten! Das ist unglaublich! Das sind wirklich Musiker, die ihre Lebenseinstellung in ihren Songs herüberbringen und allein schon durch ihr Aussehen Aufsehen erregen. Jenny ist unglaublich hübsch gewesen und hat mich mit Ideen gefüttert – Und Sic war mit seinen Deutschversuchen tierisch sympatisch. Außerdem haben die Pagan Folker einen HipHop/Rap-Song performt – Und selbst damit überzeugt! Ja.. Auch wenn mir ihre Einstellung zeitweise fast zu krass ist .. Egal – Ihre Musik lädt zum Träumen ein, solange man nicht von anderen Leuten aus dem Publikum abgelenkt wird. Die Rede ist von gewissen Ausdruckstänzern, wo man sich echt fragte – Omg! Manche Sachen sind echt urkomisch gewesen und wir haben schon überlegt, welche Botschaften die langhaarigen Herren wohl ins All versenden – Und wann die Zerg über uns die Herrschaft erlangen, weil sie angelockt wurden. Jaja – Es war ein lustiger, überzeugender Auftritt und hat auch hier wieder mächtig Spaß gemacht!
Subway to Sally
Du kannst mir nicht widersteh’n,
An meinen Fäden sollst du geh’n!
Ganz wie ich will,
Wird es gescheh’n!
Eric und co. Meine ganz persönliche Enttäuschung. Natürlich ging’s auch bei StS voll ab, aber mal davon abgesehen, dass die Akustik teilweise etwas .. arg war, bin ich mit der Liedauswahl keineswegs zufrieden. Keine Ahnung mit welcher Motivation sie aufgetreten sind – Aber da hatte ich mir mehr erhofft. Gut, vielleicht hat auch damals das Konzert in Pratteln schon zu hohe Maßstäbe gesetzt, aber irgendwie .. Ich mochte es wohl, aber im Vergleich zu anderen Bands, rangieren die Jungs und Mädels recht weit hinten. Zumindest schien hier das Publikum etwas angenehmer, wenngleich wir diesmal weiter hinten standen – und vielleicht nur deshalb nicht so viel mitbekommen haben. Es war aber ausreichend! Und auch von dort konnte man einen Gruß an Fiddler’s Green senden – Meiner Meinung nach eine unglaublich schöne Geste, denn die Irish Folker haben dieses Jahr ihr Zwanzigjähriges und zusammen mit dem Feuertanz-Publikum nahmen Subway to Sally von der Bühne aus ein Gratulationsvideo auf. Bin gespannt, wann und wo man sich dies anschauen kann und ob ich mich eventuell brüllen höre.. *g*
So. Das waren also 2 Tage Feuertanz. Ein empfehlenswertes Festival, bei denen man glücklicherweise aufgrund von Klowagen den Dixis aus dem Weg gehen konnte und das einfach von der Location her einiges hermacht. Einen Punkt habe ich aber zu bemängeln und das sind die Nachtauftritte von Anna Katharina und Sava. Es ist schlicht scheiße organisiert, wenn von über 3000-4000 Besuchern nicht einmal 100 die Möglichkeit haben, sich in diesen viel zu aufgeheizten Raum in der Burg zu quetschen, wo die beiden Frauen von Schandmaul mit ihren Soloprojekten aufgetreten sind. Ich hätte beide gerne gesehen und genossen – Ein Blick auf Birgit blieb mir immerhin vergönnt, aber länger als 2 Songs hab’ ich’s einfach nicht ausgehalten, da mich auch die Atmosphäre fertig gemacht hat. Das war ein Schock in der Wärme und die Akustik hat außerdem nicht gestimmt. Ich denke, dass beides Programme sind, denen man ohne Mikro und Lautsprecher lauschen sollte – Einfach, weil das den Zauber ausmacht. Aber es sollte nicht so sein und deshalb .. Vielleicht klappt es ein andermal. Muss ich also weiter auf’s nächste Jahr hoffen – Möge 2011 bald kommen, damit man die Mäuler wieder live erleben darf! .. Ansonsten bleibt außer einer kurzen, zusammenfassenden Liste nur noch eines zu sagen: Danke Marie, Charly, Rob & Georg für ein geiles Wochenende, jede Menge Spaß und die Möglichkeit, mit euch so tollen Bands zu lauschen!
A short Overview: Feuertanz 2010
Emotionalster Song: In Extremo – Ave Maria [ Ich hab krass geheult. Ohne Scheiß >.< ]
Größtes Nackenschmerzenpotential: Eluveitie
Beste Stimmung: Feuerschwanz – Meister der Folter
Schlimmster Lachkrampf: Violette Tentakeln, die einen ins Reiche ‘Knorr’ ziehen
Bemerkenswertestes Ereignis: Die Möglichkeit zum Fejd-Interview, auch wenn ich nicht live dabei war.
Einsortiert unter: Festivals | Schlagwörter: Arch Enemy, ASP, Battlelore, Coppelius, Epica, Festival, Fiddler's Green, Heidevolk, JBO, Korpiklaani, Rockharz Open Air, Schandmaul, Unheilig
[Ursprünglich verfasst am 13.07.2009]
Gerundete 4 Tage Met, Metal und Betrunkene Menschen – Scheiße, es war so geil. Rockharz nennt es sich und – Whoa.. Ich krieg jetzt immer noch voll das Grinsen oder sogar das Lachen, wenn ich an Mimiken, Gestiken, Situationen oder Gespräche denke .. Das wird wohl auch noch ein Weilchen so bleiben, bis ich wieder ruhig pennen kann und nicht ständig irgendwelche Bilder vor’m inneren Auge rekapituliere.
Nu werd’ ich aber mal versuchen, ein paar Dinge zu erzählen und – Ja .. Wir sind Mittwoch gleich viel zu spät losgekommen, weil das Auto noch beim TÜV war. War aber kein Problem, weil gewisse Herren auch ihren Bus verpassten und danach Zeltaufbauprobleme hatten. Gut, die hatten wir dann auf dem Campground angekommen auch. Heißt: Zelte gingen gut, die Plane darüber dagegen war ein wahrer Krampf. Sieben Leute bearbeiteten das Ding und trotzdem haben wir bei dem vorherrschenden Wind beinahe eine Stunde gebraucht..xD’ .. Man klagte dann nur über Hunger und vor allem Durst, den wir schließlich mit ‘ner ordentlichen Portion – bzw. zum Teil sogar zu viel! ;D – Met stillten. Ja, ja – der erste Abend hat sich für gewisse Leute schon ordentlich gelohnt gehabt. Aber Vicky und ich haben auch einiges durcheinander getrunken, nur – am nächsten Tag wurden wir nicht von Kopfweh gequält..*g* .. Aber genug mit den ollen Andeutungen, wir hatten Donnerstag eine Met-(Oder sollte ich sagen Whiskey-)Leiche und Punkt. .. Nette Nachbarn hatten wir btw auch – Sie haben dann nach 3-4 Stunden halbdösen auch als Wecker hergehalten. Bzw. – Die einen als Jukebox, die anderen haben Kaffeeklatsch gehalten. Geil worüber sich ‘ne Gruppe Kerle so unterhält, wenn sie sich unbeobachtet fühlt x) .. Nyo, das Festival hatte also noch nicht mal richtig angefangen und wir hatten schon ‘ne Menge Spaß.
Donnerstag sind wir dann zu Viert zur Teufelsmauer hochgestiefelt, da die Musik erst um 4 begonnen hat – Hatten da noch gutes Wetter und ‘nen netten Ausblick und ‘nen Haufen Kirschbäume. Yeah, wir konnten Vodka-O-Kirsch-Bowle machen, die dann am nächsten Tag .. äh .. reingehauen hat..*pfeift* .. Das Highlight am Donnerstag war dann Fiddler’s Green. Scheiße, waren die geil… Danach war eine Punkband namens “Die Schröders” dran, die Vicky und ich auslassen wollten. Pustekuchen. Wir also gerade am Ketten durchschauen, da holte die Band jemanden auf die Bühne. Es ging nur so: “Wie heißt du?” – “Axel!” .. Vicky und ich schauten uns an und es ging nur so – WTF! .. Da haben die Axel, ihren Freund, zum Gitarrespielen gewählt und – Omg.. Wir beide in einem Sprint über das Festivalgelände zur Bühne und .. Whoa. Er war danach so fertig und überhaupt und.. Wohoo! ^-^.. Ich freu mich immer noch voll für ihn, weil es ein unglaubliches Gefühl gewesen sein muss, vor Hunderten von Leuten zu spielen! .. Das Ende des Donnerstags bildete J.B.O. Ich kannte nur einige kleinere Dinge von denen aber gerockt haben die trotzdem. Ah – Auch ganz witzig war die EAV, aber .. Mehr auch nicht..*g*
[To Be Continued - Jetzt steht erstmal 'ne Folge "Grey's Anatomy" an .. :3]
Weiter geht’s mit meiner Rockharz-Schwärmerei..*g* .. Ich hab mir grad bei utube einige Videos angeschaut und – Dabei ist mir aufgefallen, dass ich gar nichts von der Action erzählt habe, die bei Fiddler’s herrschte .. ‘n Haufen Diver, einen Circle Pit und eine Wall of Death (die Pat respektvoll “Wall of Soft-Folk” nannte) inklusive. Wobei ich sagen muss, dass wir glücklicherweise weit genug davon entfernt standen..xD’.. Was eigentlich immer der Fall war – Ich kann zumindest nicht über blaue Flecken oder ähnliches klagen.. Das einzige Schmerzhafte hab ich bei Schandmaul erlebt, als mir irgend so’n Typ gegen den Kopf geklatscht hat, weil er zu blöd war, das mit seinen Händen richtig zu tun ö.ö .. naja, Whatever..xD .. Wie ich also bereits beschrieben habe, waren J.B.O. auch ganz nett .. Modern und Laut und – “Romantik 2.0″ herrschte, als alle ihre Handys anstelle von Kerzen hochgehalten haben .. Hehe :3
Jetzt geht’s aber erstmal Grillen und dann nach morgen nach Emden – Dann werd’ ich wahrscheinlich endlich mal mehr Zeit zum Schreiben haben..xD’



































